Pyrotechnik ist kein Spielzeug

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de01.01.2012 Fast 400 Brände in Berlins Silvesternacht

Silvester 2011/12 sind in Berlin deutlich mehr Brände entstanden als zum Jahreswechsel 2010/11. In den Vorjahren hatten Schnee und Eis viele Brände verhindert.

Die Feuerwehr hatte mit 397 Bränden zwischen 19 Uhr und 6 Uhr früh viel Arbeit, fast alles kleinere Feuer. In Reinickendorf und Wedding brannten Wohnungen aus, in Prenzlauer Berg ein Möbellager. In den beiden Vorjahren hatte es mit 281 und 231 Bränden deutlich weniger gegeben. Dies liegt vor allem an der trockenen Witterung.

In beiden Vorjahren hatten Schnee und Eis viele Feuer verhindert. Zum Jahreswechsel 2003/2004 hatte es zum Beispiel in diesen elf Stunden knapp 800 Brände gegeben, doppelt so viele wie in den meisten anderen Jahren.

Mehr Verletzte gab es nach Polizeiangaben durch Böller. Das Unfallkrankenhaus in Marzahn zählte bis 8 Uhr am Neujahrsmorgen alleine 17 Verletzte durch Pyrotechnik, „überdurchschnittlich viel“, wie Kliniksprecherin Angela Kijewski berichtete. Darunter waren fünf schwere Handverletzungen durch Explosionen, dabei wurden Finger ganz oder teilweise abgerissen. Das Unfallkrankenhaus Berlin gehört zu den großen handchirurgischen Versorgungszentren in Deutschland, in das auch Patienten aus anderen Bundesländern eingeliefert werden. Der schwerste Unfall ereignete sich bereits um 17 Uhr am Silvestertag in Bernau. Einem 32-Jährigen wurde durch einen Knallkörper eine Hand vollständig zerstört, in einer siebenstündigen Operation versuchte ein mehrköpfiges Team um Chefarzt Andreas Eisenschenk möglichst viel zu retten. Um 22.30 wurde ein 36-Jähriger aus Berlin in den OP-Saal gebracht, dem so genannte Vogelschreckmunition in der Hand explodiert war. Diese wird eigentlich aus Pistolen abgefeuert, der Einsatz ist nur Bauern erlaubt, in der Stadt ist der Gebrauch illegal. Zudem gab es fünf schwer Brandverletzte durch Missbrauch von Krachern.

Die Feuerwehr zählte 1135 Einsätze der Rettungswagen, 140 mehr als im Vorjahr, darunter waren viele Verletzte nach Schlägereien und Alkoholvergiftete. Die Party am Brandenburger Tor verlief friedlich, trotzdem benötigten mehr als 300 Personen Hilfe der Sanitäter des DRK, mehr als 70 Personen wurden von dort in Krankenhäuser gebracht. Insgesamt gab es nach Angaben eines Feuerwehrsprechers keine besonders spektakulären Einsätze.

Insgesamt waren rund 1.500 Kräfte von Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Technischem Hilfswerk mit 350 Fahrzeugen im Einsatz. An regulären Tagen gibt es rund 800 bis 1.000 Einsätze mit etwa 580 Rettern.


dapd

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