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de12.11.2017 Hunderte Feuerwerke im Jahr

Mehr als 1600 Feuerwerke sind im Saarland in den vergangenen fünf Jahren abgebrannt worden, die meisten von Privatpersonen. Das hat eine SR-Umfrage ergeben. In vielen Orten gibt es regelmäßig Probleme wegen nicht genehmigter Feuerwerke. Sogar ein Dachstuhlbrand wurde durch ein solches Feuerwerk ausgelöst.

Im Eppelborner Ortsteil Wiesbach geriet Ende April dieses Jahres das Dach eines Wohnhauses durch einen Feuerwerkskörper in Brand. Genehmigt war die Böllerei nicht. In Eppelborn-Humes hatte ein Feuerwerk ein juristisches Nachspiel. Dort starb ein Zuchtfalke an einem Herzschlag. Seine Volière lag nur etwa 100 Meter vom Abbrennort des Feuerwerks entfernt. Der Besitzer klagte gegen die Feuerwerksfirma auf Schadensersatz, verlor aber vor Gericht.

Ein Dachstuhlbrand, ein toter Zuchtfalke, beschädigte Autos oder verängstigte Tiere sind Beispiele, die zeigen, welche Gefahren von Feuerwerken ausgehen – auch wenn sie, wie im Fall des Zuchtfalken angemeldet waren. Einige Städte und Gemeinden bestätigten dem SR in einer Umfrage, dass es regelmäßig Beschwerden wegen nicht genehmigter Feuerwerke gibt.

MANCHE KOMMUNEN RIGOROSER ALS ANDERE
Nur am 31.12. und am 1.1. dürfen Feuerwerke ohne Genehmigung gezündet werden. Wer an einem anderen Tag im Jahr ein Feuerwerk veranstalten will, braucht dafür eine Genehmigung. Diese erteilt die Ortspolizeibehörde – oder auch nicht. Die saarländischen Städte und Gemeinden gehen nämlich ganz unterschiedlich mit dem Thema um. So genehmigen Bexbach, Freisen und Schiffweiler grundsätzlich keine privaten Feuerwerke. Die Stadt Bexbach teilte mit, die Nachtruhe der Bürger sei das „höherwertige Gut“. Auch in anderen Kommunen schütteln die Zuständigen die Köpfe, wenn aus „nichtigen“ Gründen Feuerwerke beantragt werden – als Beispiel nannte eine Kommune einen 50.Geburtstag oder die Rückkehr eines Kindes von einem längeren Auslandsaufenthalt.

VIEL ZU BEACHTEN
Feuerwerke dürfen maximal zehn bis 15 Minuten dauern und dürfen nur bis 22.00 bzw. 23.00 Uhr abgebrannt werden. Von ihnen darf keine Brandgefahr z.B. für Gebäude ausgehen. Mindestens ein Feuerlöscher sollte bereitstehen. Die abbrennenden Personen haften für Schäden. Sie müssen anschließend auch das Gelände säubern. Über diese und weitere Vorschriften berät die Ortspolizeibehörde.

DEUTLICH MEHR PRIVATE ALS KOMMUNALE FEUERWERKE
Trotz aller Bedenken hat es im Saarland in den vergangenen fünf Jahren insgesamt mehr als 1600 Feuerwerke gegeben, die meisten von Privatpersonen. Nur an rund 160 Feuerwerken waren Kommunen beteiligt. Etwa jede zweite Kommune zündet überhaupt keine Feuerwerke. Wie viele Feuerwerke ohne Genehmigung abgebrannt werden, weiß niemand. Es könnten genauso viele sein, mutmaßte ein Vertreter einer Ortspolizeibehörde gegenüber SR.de. Die Menschen dächten sich nichts Böses dabei, wenn sie zum Beispiel von Silvester übrig gebliebene Feuerwerkskörper an einem anderen Tag abbrennen. Ob genehmigt oder nicht: Viele Menschen ärgern sich über die nächtliche Ruhestörung.


Kristin Luckhardt
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