Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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un22.12.2011 Aufruf zum Verzicht auf Silvesterfeuerwerk!

Bald ist es wieder soweit: Neben dem alljährlichen Sektkorkenknallen, Bleigießen und dem Verteilen von Glücksbringern darf bei den meisten Österreichern wieder eines nicht fehlen: ein schönes, buntes, lautes und meist auch teures Feuerwerk. Doch wo, durch wen und vor allem unter welchen Bedingungen die Feuerwerkskörper hergestellt werden, ist bei deren Kauf nicht ersichtlich. Um mehr Klarheit hinsichtlich darüber zu schaffen, gibt Jugend Eine Welt – Don Bosco Aktion Österreich einen Einblick in die oft durch Kinderarbeit geprägte Feuerwerksproduktion. Gesetze gegen Kinderarbeit und Sicherheitsbestimmungen kaum eingehalten Der größte Feuerwerksproduzent weltweit ist China, gefolgt von Indien und einigen Staaten in Mittel- und Südamerika wie Peru, Guatemala und El Salvador. Meist erfolgt die Herstellung der Feuerwerkskörper dabei unter menschenverachtenden Bedingungen. Bestimmungen, die den Umgang mit den gefährlichen und gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen der Knaller und Raketen - wie Schwarzpulver - regeln sollen, existieren häufig nicht oder werden einfach missachtet. Was ebenso nicht an die Öffentlichkeit dringt, ist die Tatsache, dass vielfach Kinder in der Produktion arbeiten. Die Feuerwerksindustrie ist eine Industrie der Armen. Zwar gibt es einige gesetzliche Regelungen, die die Produktion sicher machen sollen, doch kontrolliert werden oft nur die Exportbetriebe. In gleicher Weise geschieht dies bei dem offiziellen Verbot der Kinderarbeit. Was dabei unter den Tisch fällt ist, dass die Exportfirmen, um mit den gnadenlos niedrigen Preisen mithalten zu können, die Feuerwerkskörper zum größten Teil in Heimarbeit fertigen lassen. Dort ist dann keine Kontrolle mehr möglich. Für zehntausend Zündschnüre - etwa eine Tagesleistung - bekommen Kinder vier Yuan, das sind in etwa 50 Cent. Ein bis zu 18 Stunden langer Arbeitstag für Kinder in Indien Indien produziert für den Export und auch für den Eigenbedarf – für Dwali, das Fest des Lichts. An diesem einen Tag im Jahr wird der Großteil der Produktion verbraucht. Etwa 30.000 Menschen arbeiten in den Feuerwerksfabriken – mindestens 20 Prozent davon sind Kinder, die im Alter von 10 bis 12 Jahren in der Feuerwerksindustrie zu arbeiten beginnen. Die meisten Kinder stammen aus den nahe gelegenen Dörfern, einige kommen aus Ortschaften, die 40 bis 50 km entfernt sind. Viele dieser Kinder werden zwischen 3 und 5 Uhr morgens in Bussen in ihren Dörfern abgeholt und zwischen 18 und 21 Uhr abends wieder heimgebracht. Da ihre Busse meistens überfüllt sind, müssen viele der Kinder während der 2- bis 3stündigen Fahrt stehen. Ihre Löhne liegen zwischen 15 bis 28 Rupien (51 bis 62 Cent), in den Feuerwerksfabriken ohne Lizenzen zwischen 8 bis 15 Rupien (etwa 28 bis 51 Cent). Vielfach wird bei der Bezahlung auch zwischen Jungen und Mädchen unterschieden. Die Fabriken ohne Lizenzen und die vielfach angelegten Subunternehmen derjenigen mit Lizenzen setzen sich Berichten der ILO zufolge fast immer über die Sicherheitsbestimmungen hinweg. Darüber hinaus sind die Inspektionen unzureichend, sofern sie überhaupt stattfinden. In dem Fall werden die Kinderarbeiter rechtzeitig nach Hause geschickt oder versteckt. Zehn tote Kinder Erst im November dieses Jahres machte die Feuerwerksproduktion traurige Schlagzeilen. In einer unlizensierten Fabrik in Hyderabad, Indien kam es am 01. November 2007 zu einer tödlichen Explosion. In einem 80 qm Raum eines Privathauses stellten dreizehn Kinder, zwischen 8 und 14 Jahren Knallkörper her. Nach Angaben der Polizei hatten falsch gemischte Chemikalien zu einer Explosion geführt. Zehn der dreizehn Opfer starben an ihren Verbrennungen. Die "Betreiber" des "Unternehmens" sowie zwei Zulieferer wurden nach dem Unfall verhaftet. Zukunft für indische Kinder mit Jugend Eine Welt Eine Alternative zur Ausbeutung von Mädchen und Buben in der Feuerwerksindustrie stellt die Unterstützung von Straßenkindern am Eisenbahnknotenpunkt Vijayawanda in Indien dar – ein Projekt von Jugend Eine Welt. Etwa 90 Prozent der Kinder sind SchulabbrecherInnen und 10 Prozent haben gar keine schulische Ausbildung. Da ihre Familien durch wirtschaftliche und soziale Missstände zerbrechen, zieht es jährlich über tausend Kinder nach Vijayawanda. Hier leben sie dann ohne elterlichen Schutz, regelmäßige Verpflegung und medizinische Betreuung. Bereits seit 1994 kümmern sich hier die Salesianer Don Boscos um die Kinder. Den Ablauf der Betreuung können die Kinder selbst mitbestimmen. Rund um die Uhr steht ein Anlaufzentrum zur Verfügung, wo sie Verpflegung, medizinische und psychologische Betreuung erhalten. In erster Linie wird versucht, Kontakt mit den Herkunftsfamilien aufzunehmen und idealerweise können die Kinder wieder in die Familie reintegriert werden. Wenn dies nicht möglich ist, stehen den Kindern verschiedene Betreuungseinrichtungen zur Verfügung. Spendenkonto Jugend Eine Welt: PSK 92.083.767, BLZ 60.000, Kennwort: Indien

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