Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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at28.08.2012 Der Wahnsinn passiert nicht zufällig

Wer Pyrotechnik von Wien nach Thessaloniki schleppt, der hat damit was vor.

Wer Leuchtstifte und sonstige Pyrotechnik von Wien nach Thessaloniki schleppt, der hat dafür einen Grund. Der Wahnsinn passiert mit Vorsatz. Als Affekthandlung lässt sich der Schuss in den "feindlichen" Sektor daher auch nach dem wahnwitzigen Angriff der Griechen vor dem Spiel nicht tarnen. Am Ende hört man immer die gleiche Leier: Es war nur ein kleiner Teil der Fans, die Strafe ist zu hoch, die anderen waren ja auch böse und so weiter.

Den angeblich größeren Teil der Fans hört und sieht man aber nie gegen die vermeintliche Minderheit protestieren. Die Strafen sind sogar noch viel zu niedrig – für die Stadionrandalierer scheinen im Vergleich zum Normalbürger eher pauschal mildernde Umstände zu gelten. Dabei müssten die Strafen so weh tun, dass die Vereine gar nicht anders können, als durchzugreifen. Und die Ausrede mit "den Anderen" funktioniert normalerweise schon im Kindergarten nicht mehr.

Natürlich ist das kein exklusives Problem Rapids oder Österreichs. Die Vereine sind da wie dort aber selbst schuld. Dem Anhang wird ein Status eingeräumt, der jeder Grundlage entbehrt. Die Kicker müssen sogar zum Fan-Rapport antreten, wenn wieder einmal ein Bus blockiert wird. Dabei erfüllt dieser Teil des Anhangs der Vereine in erster Linie einen Selbstzweck. Lärm machen die unorganisierten Sitzplatzzuschauer auch.

Der Normal-Fan wird in Geiselhaft genommen – Widerspruch duldet der streng hierarchisch organisierte Fanblock nämlich keinen. Die Option, das Fan-Sein anders zu interpretieren, existiert in dieser Ideologie nicht. Vielleicht sollten die Vereine einfach einmal zu rechnen beginnen: Lässt ein Vater samt Kindern mehr Geld im Stadion, oder ein "Fan" am billigsten Platz, der regelmäßig horrende Strafen verursacht?

Keine Auswärtsfans mehr
Ein erster Schritt wäre es, keine Tickets mehr an Auswärtsfans zu verkaufen. Ein zweiter, nur mehr personalisierte Karten abzugeben. Ein dritter, endlich mal ohne volle "Vereins-Hosen" aufzuräumen. Ich bin mir sicher, dass eine ganz neue Kundenschicht auftauchen würde.

Es ist kein Menschenrecht, sich am Fußballplatz wie ein Idiot aufzuführen. Der schöne Sport hat besseres verdient. Außerdem: Die Damen und Herren in Uniform, die Woche für Woche mit hunderten Kollegen in und um den Stadien Fan-Kindermädchen spielen müssen, hätten auch wichtigere Einsätze zu absolvieren.


Patrick Fischer
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