Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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de16.07.2013 Immer häufiger kracht es

Bottrop . Es knallt – vornehmlich jetzt, an lauen Sommerabenden. Irgendwo wird gefeiert, ein Stadtfest, eine Kirmes, Hochzeit oder runder Geburtstag, und immer häufiger wird zu einem solchen Anlass ein Feuerwerk abgefackelt.

WAZ-Leser U.S. ärgert das. Denn unter der zunehmenden Zahl der Feuerwerke leide er, hauptsächlich aber sein Hund: „An vielen Abenden kann ich nicht ungestört mit meinem Hund den Spaziergang machen, ohne plötzlich diesen Lärm ertragen zu müssen. Vor allem meinem Hund macht das zu schaffen; er hat panische Angst.“ U.S. glaubt, dass es auch anderen Tierhaltern so geht. Ebenso litten Eltern mit Kleinkindern unter dem Lärm, vermutet er.

Grundsätzlich müssen Feuerwerke, die nicht zu Silvester stattfinden, genehmigt werden. Das geht nur zu besondern Anlässen. Klassiker sind Hochzeiten oder runde Geburtstage. Zuständig ist die Ordnungsbehörde. Sachgebietsleiter Stefan Pietz bestätigt, dass die Zahl der Anträge zugenommen hat.

Einmal im Monat

Vorrangig an Veranstaltungsorten, die regelmäßig für Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern gebucht werden, gehen Feuerwerke in die Luft. Das Amt versucht, gegenzusteuern. Pietz: „An solchen Orten genehmigen wir im Monat nur noch ein Feuerwerk.“ Verboten sind sie in der Nähe von Krankenhäusern, Altenheimen oder dort, wo feuergefährliche Stoffe lagern.

Es macht einen Unterschied, ob Bürger ein Feuerwerk selbst abbrennen oder Pyrotechniker beauftragt sind. Die müssen das Feuerwerk nur anzeigen. Der Profi hat es mit dem Einkauf und der Anzeige bei der Behörde leichter. Aber auch ihm kann das Amt die Veranstaltung untersagen. Zündet der Laie „pyrotechnische Gegenstände der Klasse II“ – also klassische Silvesterraketen ab, braucht er eine Genehmigung. Die kostet 32 Euro.

Bleibt die Frage, ob man gegen illegale Feuerwerke vorgehen kann. Das sei, so Pietz, bisher nur einmal gelungen. „Da hatte sich aber auch der direkte Nachbar beschwert.“ Ohne genaue Ortsangaben hätten die Behörden kaum eine Chance, Strafen zu verhängen.

Bisher, so Pietz, halte sich die Zahl der Beschwerden in Grenzen, was die Polizei bestätigt. „Es kommen kaum Beschwerden über Feuerwerke“, so Sprecher Michael Franz. Zumal es an manchen Tagen schwierig ist, zu bestimmen, aus welcher Stadt das Feuerwerk ertönt. „Vieles ist abhängig vom Wind. Bei Süd-Ost-Wind klingen Feuerwerke aus Oberhausen für die Fuhlenbrocker so, als seien sie im Nachbargarten abgefeuert“, sagt Dirk Nordwig, Leiter des Fachbereichs Recht und Ordnung.


Matthias Düngelhoff
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