Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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ch01.08.2013 Das Kind im Manne gibt viel Geld für knallendes Spielzeug aus

Alles, was knallt, funkt und leuchtet, ist kurz vor dem 1. August sehr gefragt. Das Feuerwerk ist Spielzeug für Erwachsene – und macht den Kleinen grosse Augen. Heute und morgen wird der Geburtstag der Eidgenossenschaft gefeiert - mit viel Lärm.

«Ab 150 Franken wird’s spannend.» Was Yves da noch nicht weiss: Sein Einkauf wird knapp das Vierfache dessen kosten, was er als Grenze des Reizvollen proklamiert. Trotzdem zahlt er, ohne mit der Wimper zu zucken. Bezahlt Heuler und Rauchbomben, bezahlt Vulkane und Frauenfürze. In einem Einkaufswagen hat längst nicht mehr alles Platz, zum Auto hat er zweimal zu gehen.
Yves ist mit seinen drei Kumpels Tobias, Kevin und Marc für den traditionellen jährlichen Feuerwerks-Grosseinkauf von Magden zur Fortura nach Zunzgen gepilgert. Diese rühmt sich damit, schweizweit die grösste Auswahl an Pyrotechnik zu bieten. Nach einer ausgiebigen Shopping-Tour mit glänzenden Augen und allem, was dazu gehört, schiebt jeder der vier einen bis zum Rand gefüllten Wagen an die Kasse. Budget-Obergrenze? «Haben wir uns ausdrücklich keine gesetzt», sind sie sich einig und fügen an, dass schliesslich nur einmal im Jahr 1. August sei.
Neben jungen Pärchen, Müttern mit ihren Söhnen und Vätern mit ihren Töchtern sind es vor allem junge Männergruppen, die sich mit Böllern, Raketen und sonstig Knallendem eindecken. Yves sagt: «Eigentlich wollten wir nur Bubenspielzeug kaufen. Knaller, Heuler, das Günstige eben, dafür viel.» Tobias ergänzt: «Aber dann wurden die Augen doch zu gross, darum kaufen wir jetzt auch noch etwas vom richtigen Zeugs.»
«Richtiges Zeugs»: das sind Raketen, die 30 bis 60 Franken das Stück kosten. Oder ganze Feuerwerks-Batterien mit vollautomatischer Reihenzündung. Über 100 Schuss, über 100 Bouquets mit einem Funken.
An der Kasse, an der vierstellige Beträge für private Feuerwerke und Partys keine Seltenheit sind, werden die jungen Magdener noch ermahnt, ihre Einkäufe auf mehrere Autos zu verteilen. Das Gesetz nämlich sieht eine Höchstmenge von fünf Kilogramm Nettoexplosionsmasse pro Fahrzeug vor. Wer mehr lädt, wird gebüsst. Und die Polizei, die sei bei entsprechenden Kontrollen schon gesichtet worden.


Lucas Huber
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