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ch16.08.2013 Weinfelden stoppt Raketen nicht

WEINFELDEN. Der 1. August ist vorüber, der Rauch der Feuerwerke verflogen. Die Knallerei polarisiert die Menschen nach wie vor. Die Gemeinde Weinfelden will den Raketenabschuss aber auch künftig nicht einschränken.
Private Feuerwerker geraten zunehmend selbst unter Beschuss. Auch gestern wieder beschwerte sich ein Leserbriefschreiber über deren Angewohnheit, Knallkörper nicht nur am 1. August, sondern auch in den Nächten davor und danach abzufeuern.

Verschiedene Interessen

Tierfreunden und lärmempfindlichen Menschen geht die Knallerei schon lange auf die Nerven. Andere dagegen kennen nichts Schöneres, als rund um den 1. August und an Silvester Raketen in den Nachthimmel zu schiessen oder Feuerwerk im Garten zu zünden. Da drängt sich die Frage auf, wie es die Gemeinde Weinfelden künftig am 1. August und an Silvester hält. «Beim Thema Feuerwerk knallt es im wahrsten Sinne des Wortes, hier prallen die verschiedensten Interessen aufeinander», sagt der Weinfelder Gemeindeammann Max Vögeli. Für die Gemeinde Weinfelden kommt eine zeitliche Einschränkung oder sogar ein Feuerwerkverbot jedoch nicht in Frage. Vögeli unterstreicht aber, dass die Gemeinde in der Regel keine Bewilligung erteilt, wenn Private ein Feuerwerk an anderen Tagen als dem 1. August und dem Silvester abbrennen wollen.

Feuerwerksfreundliche Gemeinde

Ausserhalb dieser Tage ist im Kanton Thurgau eine Bewilligung der Gemeinde für das Abfeuern von Raketen und anderem Geschoss nötig. Vögeli: «Bei Anfragen teilen wir den Leuten mit, dass sie das Feuerwerk in eigener Verantwortung abbrennen können. Dabei weisen wir sie auf die gesetzlichen Ruhezeiten und die Möglichkeit einer Verzeigung durch Drittpersonen hin. Eine weitere Empfehlung der Gemeinde ist somit nicht notwendig.» Der Gemeindeammann von Bussnang, Ruedi Zbinden, sagt, «dass ein Verbot schlicht und einfach nicht durchsetzbar ist». Hans Schmid von der Margenmühle in Bussnang hatte sich in einem Leserbrief dafür eingesetzt, dass das Abschiessen von Raketen wenigstens von 23.55 Uhr an Silvester bis fünf Minuten nach dem Jahreswechsel eingestellt wird, «damit man die Glocken hört».
Er höre die Glocken auch gerne, sagt Ruedi Zbinden. «Empfehlungen, von denen ich eher absehe, werden eine sehr geringe Wirkung haben. Wenn rund um den Erdball die Freude über den Beginn eines neuen Jahres zum Ausdruck gebracht wird, sehe ich dies auch als positives Signal.» Beim Feuerwerk gebe es halt verschiedene Meinungen, sagt auch Ruedi Zbinden. Für die einen gehöre Feuerwerk zum 1. August und zu Silvester, während sich andere an der Knallerei störten.


Esther Simon
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