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ch10.09.2013 Feuerwerk-Katastrophe: Todesopfer war schon einemal verunfallt

Schon vor 15 Jahren war er Opfer eines Unfalls der bös endete, die Explosion vom 04.09.2013 überlebte Paul P. nicht.
Seit 23 Jahren lebte Paul P. († 48) in der Schweiz. Der Mann von den Fidschi-Inseln lernte seine Frau in den Ferien im Lauterbrunnental kennen, zog hier seine zwei Söhne auf. Am Mittwoch starb der Familienvater bei der Feuerwerk-Katastrophe in Oberried BE. Auch Feuerwerk-Meister Thomas H. († 48) überlebte die Explosion bei der Hamberger Swiss Pyrotechnics AG am Brienzersee nicht (BLICK berichtete).
«Vor 15 Jahren erwischte es Paul schon einmal bös», sagt ein Freund von ihm. «Er war im Spital. Dann lief er eine Zeit lang an Krücken. Am Arm hatte Paul eine grosse Fleischwunde.»

CEO bestätigt Vorfall

Der Vorfall war bisher nicht öffentlich bekannt. Kurt Abegglen, CEO der Swiss Pyrotechnics AG, bestätigt BLICK gestern den Unfall. «Ja, es ist wahr. Vor 15 Jahren wurden zwei Mitarbeiter bei einem Vorfall verletzt. Paul P. war einer von ihnen.»
Um was für einen Vorfall es sich genau handelte, wollte Abegglen nicht sagen. «Es war keine Explosion. Es gab zuerst eine Reibung, dann eine Auflösung und dann einen Brand.»
Am Mittwoch hatten Paul P. und sein Arbeitskollege Thomas H. explosive Stoffe kontrolliert vernichten wollen. Kurz nach 7.30 Uhr kams zur Explosion. Es war nicht der erste Unfall in der Firma. Bei einem Unglück 1941 starben zwölf Menschen, 1959 gab es zehn Opfer.

Opfer noch nicht offiziell identifiziert

Bis gestern waren die beiden Todesopfer noch nicht offiziell identi­fiziert. Auch die Unglücksursache stand noch nicht fest. «Das kann noch Tage, wenn nicht Wochen dauern», sagte Andreas Hofmann, Sprecher der Kantonspolizei Bern.
Zu dem Unfall vor 15 Jahren gibt Hofmann derzeit keine Auskunft. «Solange die beiden Todesopfer nicht amtlich bestätigt sind, kann ich zu anders gelagerten Fällen nichts sagen. Es wird dann aber sicher alles genau angeschaut.»
Die Polizei gab das Fabrikgelände am Donnerstag nach zwei Gefahrentransporten wieder frei.

Leser-Kommentare

Giovanni  Boccacchio , Zürich
Für den "Augenschmaus" am 01. August und 31. Dezember muss höchstgradig lebensgefährliche Arbeit geleistet werden. Vorliegend seit 1941 also durchschnittlich alle 3 Jahre ein Todesopfer. Wie wäre es mit diesem Unsinn einfach aufzuhören?
(09.09.2013 21:55)

Daniel  Zaugg , Bern
Dazu kommen noch die jährlichen Unfälle beim Abfeuern und die Brände, die immer wieder verursacht wrden. Ein Verbot würde ich sofort unterschreiben. Oder: in der Schweiz ist vieles mit Abgaben belegt. Warum die Umweltsünder Feuerwerk nicht? Oder doch...? Eine happige CO2-Abgabe, zum Beispiel 5. pro Knall, dazu ein Depot für die Rückgabe der Überreste von 5.. Dies würde die sinnlose Knallerei schon sehr einschränken.
(10.09.2013 08:24)

Meier  Anton , Ebikon
Die Raketen werden sicher nicht von Hunz und Kunz gekauft und am 1. August abgefeuert. Die Raketen, die wir alle verfeuern werden von Kindern in den bekannten Ländern zusammengebaut und von uns dann als Schnäppchen gekauft. Diese Todesopfer, die es dort jedes Jahr gibt, werden von ihnen nicht mitgezählt? Ignoranz oder Nichtwissen?
(10.09.2013 10:26)


Gabriela Battaglia
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