Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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de18.09.2013 Anwohner von Feuerwerk bei Drachenboot-Festival gestört

Mülheim. Das Feuerwerk beim Drachenboot-Festival erleuchtete am Samstagabend den Himmel über der Ruhr. Doch nicht alle Mülheimer können diesem Spektakel etwas abgewinnen. Anwohner beschweren sich über den Lärm der ständig stattfindenden Feuerwerke in ihrer Umgebung.

Als "Highlight" des Drachenboot-Festivals gab es am vergangenen Samstagabend wieder ein Höhenfeuerwerk über der Ruhr. Andreas Johren, Anwohner der Friedrichstraße, nah am Fluss, hat er mittlerweile das Gefühl, „dass hier jedes Wochenende ein Feuerwerk veranstaltet wird“. Er sehe von den Pyro-Effekten, aufgrund der Bebauung, wenig, höre jedoch umso mehr. Ihn ärgern die ständigen Lärmbelästigungen, von denen seine Kinder häufig wach würden. Und Andreas Johren findet zudem, „dass es eigentlich in dieser Stadt kaum noch Gründe zu diesen pyromanischen Feierlichkeiten gibt“.

Dem Ordungsamt den Knallzauber anzeigen

Die braucht es auch nicht unbedingt, erläutert Mülheims Stadtsprecher Volker Wiebels. Wenn, wie in den meisten Fällen, ein zertifizierter Pyrotechniker am Werk ist, muss dieser den geplanten Knallzauber dem Ordnungsamt lediglich „anzeigen“, das seinerseits die Bezirksregierung, Feuerwehr und Polizei informiert. „Genehmigungspflichtig ist dies nicht.“
Anders liegt der Fall, wenn Privatleute ein (Klein-)Feuerwerk planen: Sie müssen dies vorher beantragen, eine Gebühr zahlen und einen besonderen Anlass haben, etwa eine Hochzeit.

2013 bislang 41 Feuerwerke

Dies war im bisherigen Verlauf des Jahres aber erst zwei Mal der Fall, so Wiebels. Dennoch bestätigt er den Eindruck mancher Anwohner: „Die Tendenz ist tatsächlich steigend.“ Und zwar die der professionell durchgeführten Feuerwerke, etwa auch anlässlich von Abipartys.

Allein in den ersten drei Quartalen 2013 wurden in Mülheim 41 verzeichnet, „die sich vor allem auf vier Standorte konzentrieren“, so Wiebels: „Wasserbahnhof, Stadthalle, Residenz Uhlenhorst und die türkische Festhalle im Hafen.“ Dass betroffene Bürger sich belästigt fühlen, sei verständlich: „Wir sehen die Problematik auch, aber bislang wissen wir noch nicht, wie wir dies rechtlich deckeln können.“

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