Pyrotechnik ist kein Spielzeug

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de05.10.2013 Klagen über Feuerwerke

Feuerwerk über Wittenberge: Nicht für jeden sind die farbigen Fontänen am Nachthimmel und das damit verbundene Knallen eine Freude. Und es sind nicht nur Ältere die sich gestört fühlen. Über Facebook bitten junge Leute den "Prignitzer": "Könnten Sie sich mal mit dem Thema Feuerwerke in Wittenberge beschäftigen? Es gibt viele Bürger, die sich ... über die Vielzahl an Feuerwerken aufregen. Diese finden in fast allen Fällen nach der gesetzlich erlaubten Zeit statt."

Stimmt das? Fakt ist, das erklärt auf Anfrage des "Prignitzers" Katy Gollnick von der Polizeiinspektion Prignitz, dass Kleinfeuerwerke - dazu zählen Silvesterfeuerwerk, Böller, Raketen - nur zwischen dem 31. Dezember, 0 Uhr, und dem 1. Januar, 24 Uhr, abgebrannt werden dürfen. Aber: Das Gesetz lässt Ausnahmen zu. Hochzeit, Geburtstag, Dorffest, Mitarbeiterfest und ähnliches sind solche besonderen Gelegenheiten.

Haben also diejenigen, die am letzten Samstag gegen 21.30 Uhr Raketen in den Nachthimmel schossen und Böller zündeten, Hochzeit oder Geburtstag gefeiert und mit ihrer Knallerei Aufsehen erregt?

Das städtische Ordnungsamt kann diese Frage nicht beantworten. Denn das weithin sichtbare Feuerwerk am Sonnabend haben Unbekannte ohne Genehmigung gezündet. Eine solche Ausnahmegenehmigung ist - unter Angabe der Gründe - aber beim Amt einzuholen, bevor Raketen aufsteigen. "Wir erteilen unter bestimmten Auflagen Genehmigungen", so das städtische Rechts- und Ordnungsamt. Für den 28. September gab es eine solche aber nicht.

Folgt nun die Strafe auf dem Fuß? Kaum anzunehmen in diesem Fall. Denn dazu müssten Amt bzw. Polizei wissen, wer wo die Feuerwerkskörper zündete. Bei der Polizei habe niemand das Feuerwerk vom 28. September gemeldet, so gestern die Polizeiinspektion in Perleberg. Auch dem Ordnungsamt liegt kein Hinweis vor.

Sechs Mal haben allerdings Bürger zwischen dem 2. Januar und dem 30. September, also letzten Montag, Verstöße gegen den Paragraf 23 der 1. Verordnung zum Sprengstoffgesetz, mit anderen Worten illegale Feuerwerke, bei der Polizei gemeldet. In zwei Fällen ist der Verursacher bekannt. "Es wurde eine Ordnungswidrigkeitsanzeige gefertigt und dem zuständigen Ordnungsamt übergeben", informiert Gollnick. Außerdem gab es eine Sachbeschädigung durch Pyrotechnik. Das hatte eine Strafanzeige zur Folge. Übrigens verstößt man bereits gegen geltendes Recht, wenn man ohne ordnungsbehördliche Genehmigung, wie es im Fachdeutsch heißt, "pyrotechnische Gegenstände ab der Klasse II ohne Erlaubnis außerhalb des erlaubten Zeitraums lagert, vertreibt oder anderen überlässt".

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