Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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de05.12.2013 Pyrotechnik hat den „Charakter von Trotz“

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Frankfurt - Am 12. Dezember 2012 haben die 36 Fußball-Clubs des Ligaverbandes das neue Sicherheitskonzept verabschiedet. Ein Jahr danach zieht Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) in Frankfurt, eine Bilanz.

Die verschärften Kontrollen an den Stadieneingängen waren ein großer Streitpunkt. Wie intensiv werden diese umgesetzt und wie reagieren die Fans?



Unser Eindruck ist, dass hier der Druck insgesamt ein wenig raus ist.

Trotz des Konzepts wird an jedem Wochenende verbotene und gefährliche Pyrotechnik gezündet. Hört das nie auf?

Die Chance, dass Pyrotechnik nicht mehr gezündet wird, steigt, wenn diese Entscheidung aus der Fanszene selbst kommt. Im Moment hat das Zündeln der Ultras ja den Charakter von Trotz. Positiv ist aber, dass die bengalischen Feuer bei Weitem nicht mehr so oft geworfen werden.

Aber die „normalen“ Zuschauer wollen das nicht mehr.

Wir stellen fest, dass die Akzeptanz für Pyrotechnik quer durch alle Zuschauergruppen zurückgegangen ist. Die Vereine wären gut beraten, hier den demokratischen Meinungsbildungsprozess innerhalb ihres Publikums zu fördern. Diese Fans sollten nicht nur auf der Tribüne sitzen und meckern, sondern - Stichwort Fanbeirat oder Fanparlament - dabei unterstützt werden, dass sie sich einmischen.

Das Höchstmaß bei Stadionverboten wird zum 1. Januar 2014 von drei auf fünf Jahre erhöht. Die Bundespolizei kritisiert, damit würden die Probleme mit gewalttätigen Fans nur vor die Stadien verlagert. Was ist Ihre Meinung?

Das Höchstmaß darf nur unter ganz bestimmten Bedingungen ausgesprochen werden - für schwerwiegende Vergehen von Wiederholungstätern. Viel wichtiger bei den Richtlinien ist, dass das Verfahren nun insgesamt transparenter abläuft, um mit jedem Einzelfall möglichst gerecht umzugehen. Bewährungen und pädagogische Alternativen zum Stadionverbot sind gestärkt worden.


dpa
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