Pyrotechnik ist kein Spielzeug

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at18.12.2013 Pyrotechnik: Vorschriften missachtet

Kindern und Jugendlichen wird der Kauf von pyrotechnischen Produkten nicht schwer gemacht, das zeigt eine Untersuchung. Bei 25 von 77 Testeinkäufen wurden die gesetzlichen Vorschriften missachtet.
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat mehrere Testeinkäufe in Niederösterreich, Wien, Vorarlberg und dem Burgenland gemacht. Bei 25 von insgesamt 77 Testeinkäufen (Diskonter, Baumärkte, Fach- und Onlinehandel) wurden die gesetzlichen Vorschriften missachtet und Feuerwerkskörper an Kinder und Jugendliche Testkäufer verkauft.

Fast jeder zweite 11- bis 15-Jährige erhält Produkte

Laut einer Aussendung stellte nur jeder Zweite der getesteten Online-Händler etwa durch Ausweiskopien, persönliche Bankverbindung oder Lieferbeschränkungen sicher, dass die gesetzlichen Regelungen eingehalten werden. Ein ähnliches Bild zeige sich auch im Fachhandel: Die Testkäufer im Alter von 11 und 15 Jahren bekamen bei 48 Prozent der Testkäufe die gewünschten Produkte. Besonders leicht wurde es dabei sogar den unter 12-jährigen Kindern gemacht.
Bei 6 von 10 Einkaufsversuchen im Fachhandel erhielten die elfjährigen Testkäufer problemlos pyrotechnische Produkte der Klasse F1 (Mindestalter 12 Jahre). In der Gruppe der unter 16-jährigen Tester erhielten rund 40 Prozent der Jugendlichen die gewünschten Produkte der Kategorie F2. Besser schnitten Diskonter und Baumärkte ab. Bei jeweils 19 Prozent der getesteten Diskonter und Baumärkte kam es zu einem Kaufabschluss.
Kracher, Böller, Feuerwerksraketen - jährlich kommt es durch den unsachgemäßen Gebrauch von pyrotechnischen Produkten zu zahlreichen Unfällen, warnen der österreichische Versicherungsverband VVO, das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und der Entschärfungsdienst (EKO Cobra/Direktion für Spezialeinheiten). Feuerwerk und die damit zusammenhängenden Unfälle seien eine männliche Domäne, so das Kuratorium für Verkehrssicherheit. Von den 600 Verletzten, die laut Versicherungsverband alljährlich zu beklagen sind, gehören 97 Prozent „dem starken, aber offenbar unvernünftigen Geschlecht an“, hieß es am Dienstag, bei einer Pressekonferenz.

Männern fehlt Gefahrenbewusstsein

Den Männern fehlt es am Gefahrenbewusstsein und oft werden Raketen und Co. missbräuchlich verwendet. Zwei Drittel der Pyrotechnik-Opfer sind unter 25 Jahre alt, ein Fünftel sogar unter 15. Ein weiteres Problem stellen billige Artikel aus dem Ausland dar, die nicht entsprechend geprüft wurden, betonte Thomas Csengel vom Entschärfungsdienst des EKO Cobra. Diese Produkte enthalten oft gefährliche chemische Bestand- und Bauteile. So können Gipsverschlüsse leicht zu Geschossen werden, was in einem Nachbarland bereits ein Todesopfer gekostet hat. Darüber hinaus sind Fehlfunktionen möglich - etwa bei einem Serienfeuerwerk, das bei einem Versuch des KFV explodierte.
Aber auch scheinbar harmloses Feuerwerk, das über die Prüfkennzeichnungen CE und BAM verfügt, kann durchaus gefährlich sein, wenn es nicht entsprechend der Gebrauchsanweisung verwendet wird. Temperaturen von 500 bis 2.000 Grad Celsius sind jederzeit für schwere Verbrennungen gut, und Raketen sollten tunlichst in der Luft und nicht am Boden explodieren. Deshalb sollte für stabile Abschusseinrichtungen und ausreichend Sicherheitsabstand geachtet werden.

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