Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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at17.12.2013 Unfälle mit Silvester-Feuerwerk: 97% der Verletzten sind Männer

Das “starke” Geschlecht stellt zu Silvester alle Jahre wieder leider auch eine gehörige Unvernunft unter Beweis. Feuerwerk und die damit zusammenhängenden Unfälle sind eine männliche Domäne. Von den 600 Verletzten, die laut Versicherungsverband alljährlich zu beklagen sind, gehören 97 Prozent dem offenbar unvernünftigen Geschlecht an.

Wie am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien erläutert wurde, fehlt es den Männern in Sachen Silvester-Knallerei am Gefahrenbewusstsein und oft werden Raketen und Co. missbräuchlich verwendet.

Auch Jugendliche kaufen Silvester-Knallkörper

Zwei Drittel der Pyrotechnik-Opfer, die zu Silvester zu verzeichnen sind, sind unter 25 Jahre alt, ein Fünftel sogar unter 15. Den Kindern wird es offenbar auch viel zu leicht gemacht, an die eigentlich für sie verbotenen Gegenstände zu kommen.

Bei einem vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) durchgeführten Mystery-Shopping wurden bei etwa einem Drittel die gesetzlichen Vorschriften ignoriert und die Feuerwerkskörper an Kinder und Jugendliche verkauft. Besonders schlampig agierten die Online-Shops, wo die Hälfte an die gewünschten Produkte kamen. “Hier gibt es ein Leck im Sicherheitssystem”, meinte KFV-Direktor Othmar Thann.

Gefahr durch Billig-Raketen

Ein weiteres Problem stellen nicht nur zu Silvester billige Artikel aus dem Ausland dar, die nicht entsprechend geprüft wurden, betonte Thomas Csengel vom Entschärfungsdienst des EKO Cobra. Diese Produkte enthalten oft gefährliche chemische Bestand- und Bauteile. So können Gipsverschlüsse leicht zu Geschossen werden, was in einem Nachbarland bereits ein Todesopfer gekostet hat. Darüber hinaus sind Fehlfunktionen möglich – etwa bei einem Serienfeuerwerk, das bei einem Versuch des KFV explodierte.
Auch harmloses Feuerwerk birgt Gefahren

Aber auch scheinbar harmloses Silvester-Feuerwerk, das über die Prüfkennzeichnungen CE und BAM verfügt, kann durchaus gefährlich sein, wenn es nicht entsprechend der Gebrauchsanweisung verwendet wird.

Temperaturen von 500 bis 2.000 Grad Celsius sind jederzeit für schwere Verbrennungen gut, und Raketen sollten tunlichst in der Luft und nicht am Boden explodieren. Deshalb sollte für stabile Abschusseinrichtungen und ausreichend Sicherheitsabstand geachtet werden.

Ein Fest für den Handel

“Jeder Händler ist angehalten, sich an die gesetzlichen Bestimmungen zu halten”, unterstrich Dieter Funke, Branchensprecher des heimischen Pyrotechnikhandels. Er habe kein Verständnis, wenn Feuerwerk an Kinder und Jugendliche verkauft wird, die dieses eigentlich nicht erwerben dürften.

Auch so ist das Geschäft rund um Silvester gewaltig: Rund 10.000 Verkaufsstellen erwirtschaften in Österreich einen Umsatz von etwa zehn Millionen Euro. Verbundfeuerwerk und einzelnen Raketen würden den Löwenanteil ausmachen. Auch durch das Verbot der Piraten bzw. Schweizer Kracher würde der Trend zunehmend weg vom Lärm hin zu den optischen Effekten gehen.


apa/red
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