Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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un07.01.2014 Feuerwerk ganz verbieten?

Nimwegen. Was haben sie vor Silvester nicht alles gekauft: bei Aldi und Lidl in Kranenburg und Kleve. Bis zu 700 Euro haben manche Niederländer an der Ladentheke gelassen, um für die Silvesternacht gut präpariert zu sein. Der Niederrheiner mag da nur noch mit dem Kopf schütteln: Sind die verrückt?

Aber die Knallerei zu Silvester kommt auch bei vielen Niederländern nicht mehr gut an. Zum Jahreswechsel gab es zahlreiche Ausschreitungen zwischen der Polizei und Jugendgangs, die sich die Böller und Raketen in einer Art Straßenschlacht um die Ohren geworfen haben. In den niederländischen Zeitungen ist zu lesen, dass es 24 schwere Auseinandersetzungen im Land gegeben hat.

67 Millionen Euro für Feuerwerk

In keiner anderen europäischen Nation wird so viel Geld für Feuerwehr ausgegeben wie in den Niederlanden. In diesem Jahr wurden für 67 Millionen Euro Feuerwerkskörper gekauft.

Und die sorgen für immer mehr Ärger. In diesem Jahr gab 89 623 Beschwerden beim „Meldpunt vuuroverlast“. Hier können sich Menschen eintragen, die sich ernsthaft von der Feuerwerksknallerei belästigt oder sogar bedroht fühlen. Einer aktuellen Umfrage des Unternehmens O&A Research & Consultancy zu Folge sind mittlerweile 45 Prozent der Niederländer dafür, die Knallerei zu Silvester sogar ganz zu verbieten. In einer von der grünen Partei GroenLinks in Auftrag gegebenen Studien, waren 64 Prozent der Befragten für ein Verbot.

Auch im Haager Parlament werden die Stimmen lauter, Silvesterfeuerwerk zu begrenzen. Denn die Feuerwerkskörper sind sehr gefährlich. In diesem Jahr gab es 810 schwere Körperverletzungen – Tendenz wieder steigend. Auch die niederländische Vereinigung für plastische Chirurgie stellt eine starke Zunahme der Opfer fest: Bei 40 Menschen mussten Gliedmaßen amputiert werden. Im vergangenen Jahr waren es 25.

Hilversums Bürgermeister Pieter Broertjes möchte das Feuerwerksverbot auf die Agenda setzen und ruft seine Bürgermeisterkollegen dazu auf, in Den Haag mehr Druck zu machen.


Andreas Gebbink
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