Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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de23.04.2014 Schreck in der Ostermesse

Odenthal. Eigentlich ist Karsamstag für die christlichen Kirchen der Tag der Ruhe. Dementsprechend erstaunt waren die Kirchgänger in Odenthal und Altenberg am vergangenen Samstag, als um 21.15 Uhr Donnerschläge durch das Dhünntal hallten. Eine Geburtstagsgesellschaft, die in Altenberg feierte, hatte einen Profi-Feuerwerker damit beauftragt, Raketen in den Himmel zu schicken.

„Als wir die Genehmigung erteilt haben, sprach nichts dagegen, dies um 21 Uhr zu erlauben, da die Messe in Altenberg erst um 22 Uhr beginnt“, erklärt Michael Erker vom Odenthaler Ordnungsamt. Was niemand in der Verwaltung ahnte: Der Feuerwerker zog alle Register, um seinen Auftraggeber zu beeindrucken. Von der Knallerei, wie sie an Silvester jeder Privatmann in die Luft schießen kann, waren die Raketen in Altenberg weit entfernt.

„Das war so laut, dass im Dom die Fensterscheiben klirrten“, erzählt Heidemarie Wolf von der evangelischen Kirchengemeinde. Bis nach Glöbusch, Osenau und in die Odenthaler Ortsmitte hörte man die Explosionen. Vor allem in St. Pankratius, wo die Messe im Dunkeln schon um 21 Uhr begann, waren die Gläubigen irritiert. Passte die Geräuschkulisse doch so gar nicht zu der schmucklosen Zeremonie, mit der am Karsamstag der Höllenfahrt Christi gedacht wird.

„Ich war selbst gerade in Odenthal unterwegs, als ich die Geräusche hörte“, berichtet Monsignore Johannes Börsch, der den Gottesdienst um 22 Uhr in Altenberg zelebrierte. „Auch wenn das Feuerwerk um 21.30 Uhr zu Ende war und es somit keine Störung des Gottesdienstes in Altenberg gegeben hat, respektlos war es allemal“, findet der Geistliche. Der Karsamstag werde schließlich nicht umsonst als stiller Samstag bezeichnet.

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