Pyrotechnik ist kein Spielzeug

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de24.04.2014 Stell Dir vor, Du rufst die Polizei – und keiner kommt

Freyung. Stell Dir vor, Du rufst die Polizei – und keiner kommt. So geschehen am vergangenen Samstag in der Freyunger Innenstadt: Vor einer Kneipe in der Grafenauer Straße detoniert gegen 22.30 Uhr ein Böller. “Ich bin sofort ans Fenster gegangen und hab’ dann gehört, wie sich zwei Burschen damit gebrüstet haben, das Zeug geworfen zu haben.” Ein klarer Fall von Ruhestörung. Deshalb alarmiert der Anwohner die Polizeiinspektion Freyung. Er möchte, dass sich die Beamten dieser Sache annehmen. “Die Polizei – Dein Freund und Helfer”, heißt es ja. Dieses Motto trifft in dieser Situation jedoch nicht so ganz zu. “Mir wurde nur gesagt, dass derzeit keine Streife verfügbar ist. “Auch die den Beamten mitgeteilte Vermutung des Geschädigten, in und um die Kneipe werde “mit allem möglichen Zeug” gehandelt, wiegelt die Freyunger Polizei am Karsamstag mit den Worten “das kann schon sein” ab.
Schmitt: “Die schichthabenden Beamten haben richtig gehandelt”

Was war denn da los?

Das Onlinemagazin “da Hog’n” hat bei der Polizeiinspektion Freyung nachgefragt. “Sowas soll nicht vorkommen, das stimmt”, äußerst sich der stellvertretende Dienststellenleiter Wolfgang Schmitt in dieser Angelegenheit. Seine Erklärung: “Wegen der Einbruch-Serie in der Region hat die Polizei ein Einsatzkonzept ausgearbeitet. Alle Beamten waren deswegen zu dieser Zeit im Einsatz.” Doch was wäre im “worst case” geschehen – bei einem Unfall, einem Einbruch oder einem Überfall? Wolfgang Schmitt beschwichtigt: “In solchen Fällen hätten wir natürlich Polizisten hingeschickt. Wenn es nur einmal wegen eines Böllers kracht, jedoch nicht. Meiner Meinung nach haben die schichthabenden Beamten richtig gehandelt.” Wie viele Streifenbesatzungen je Schicht für Recht und Ordnung im Landkreis Freyung-Grafenau sorgen, darf der Polizeihauptkommissar nicht verraten – “aus ermittlungstaktischen Gründen”, wie es im Fachjargon so schön heißt.

“Wenn sich in der Straße nichts ändert, werden wir wegziehen”

Für den betroffenen Anwohner ist dies indes keine zufriedenstellende Antwort. “Wenn sich bei uns in der Straße nichts ändert, werden wir wegziehen. Solche Zustände sind nicht länger tragbar – rund um die Kneipe liegt Müll, die Gäste übergeben sich, abends kann man nicht mehr auf die Straße gehen.”


Helmut Weigerstorfer
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