Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

32 Vereine 3082 Unterschriften 2291 Vorfälle 581 Fortschritte

 

de31.07.2014 Bürgerinitiative wehrt sich gegen Dauerbeschuss durch Feuerwerk

Weil auf Burg Schwarzenstein und Schloss Johannisberg so viele Hessen heiraten, werden an den Wochenenden oft Feuerwerke abgeschossen. Klingt sehr romantisch, ist aber für manche ein echtes Problem: Für die Hochzeitspaare und ihre Gäste knallt es einmal im Leben – für die Anwohner nonstop. Kinder liegen nachts in ihren Betten und erschrecken, Tiere haben Angst, Böller-Dreck fällt in die Gärten.

Die Geisenheimer sind genervt - und haben eine Bürgerinitiative gegen das Geböllere gegründet. Ihre Forderungen: Höchstens acht Feuerwerke pro Jahr, jedes nicht länger als 10 Minuten, Abfeuern vor 22 Uhr und einen Abstand von zwei Wochen zwischen dem bunten Lichtern am Himmel. Michael Teigelkamp, Geschäftsführer von Burg Schwarzenstein, fürchtet bei solchen Einschränkungen finanzielle Einbußen: Weniger Feuerwerke, weniger Hochzeitspaare.
ADVERTISEMENT

182 Unterschriften hat die Bürgerinitiative inzwischen gesammelt und Geisenheims Bürgermeister Frank Kilian überreicht. Der sagt: "Wir haben versucht, Feuerwerke auf öffentlichem Grund zu untersagen." Aber der Veranstalter umging das Verbot, indem er die Rakten vom Grund eines privaten Weinbergbesitzers abfeuerte...

Denn es gibt eine für die Feuerwerk-Gegner lästige Gesetzeslücke: Wenn ein Feuerwerk privat angemeldet wird, kann die Stadt es verbieten. Meldet aber ein gewerblicher, professioneller Pyrotechniker die Aktion beim Ordnungsamt an - so wie bei den Feiern auf Burg Schwarzenstein - braucht's keine Genehmigung mehr.

Zwar könnte die Stadt eine Gefahrenverordnung erlassen und die Feuerwerke unterbinden. Aber das gilt dann für ALLE Feuerwerke - auch die, die die Stadt selbst veranstaltet, wie zum Beispiel das beliebte Feuerwerk beim Rheingau Musik Festival.

Michael Teigelkamp und der Chef von Burg Johannisberg, Christian Witte, sind inzwischen auf die Feuerwerk-Gegner zugegangen. Ihr Friedensangebot: Das Abfeuern der Feuerwerke soll im Juni und Juli bis 22.30 Uhr, in den anderen Monaten bis 22 Uhr über die Bühne gegangen sein. Außerdem sollen die Feuerwerke kleiner und damit nicht mehr so laut sein. Und: Ihre Zahl soll auf 15 pro Jahr begrenzt werden.

Das reicht der Bürgerinitiative aber nicht: Sie will weitere Gespräche.

linklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklink