Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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de27.08.2014 Kaum eine Feier ohne Böller

Chemnitz - Der Trend zur Pyrotechnik ist ungebrochen. Das Rathaus genehmigt nach eigenen Angaben immer häufiger das Abbrennen von Feuerwerken. Das sorgt nicht überall für Begeisterung.

In der Stadtverwaltung gehen immer häufiger Anträge für das Abbrennen von Klein-, aber auch von Großfeuerwerken ein. So genehmigte die Kommune im vergangenen Jahr insgesamt 161 derartiger Darbietungen - rund ein Viertel mehr als 2012. Und in diesem Jahr lag die Anzahl der genehmigten Pyrotechnik-Inszenierungen bis Mitte August bei 113. Das sei für Chemnitz "unproblematisch", schätzen die Verantwortlichen des Ordnungsamtes ein.

Neben 90 sogenannten Kleinfeuerwerken fanden in diesem Jahr auch 23 Großfeuerwerke statt. Der Unterschied: Während Kleinfeuerwerke quasi jedermann abbrennen darf, müssen bei Großfeuerwerken die Profis ran. Und bei denen boomt das Geschäft, hat Andreas Ickelsheimer beobachtet. Der staatlich geprüfte Pyrotechniker veranstaltet seit Mitte der 1990er-Jahre in und um Chemnitz Feuerwerke der sogenannten höchsten Kategorie 4, die keinem Geräuschlimit unterliegen. "Mittlerweile gibt es kaum noch eine größere Familienfeier, die ohne Feuerwerk auskommt", sagt er. Das sei noch vor 10, 15 Jahren anders gewesen. Woran das liegt, wisse er auch nicht genau. "Wahrscheinlich daran, dass heute dank der EU viel mehr Pyrotechnik aus China importiert werden darf. Das senkt die Kosten", vermutet er. Zudem seien dadurch heutzutage Effekte möglich, die es vor wenigen Jahren noch nicht gab.

Aber auch Privatleute heben sich immer häufiger Feuerwerkskörper und Böller auf, die sie zu Silvester gekauft haben. Auch die darf man das ganze Jahr über abbrennen - wenn man eine Genehmigung des Ordnungsamtes hat. Ein solches Papier ist relativ leicht zu bekommen, die entsprechenden Anträge gibt es im Internet, die Bearbeitungskosten liegen laut Stadtverwaltung zwischen 36 und maximal 204 Euro. Doch nicht immer hat, wer knallt, eine solche Erlaubnis. "Viele Leute feuern die Böller auch so ab", sagt Pyrotechniker Ickelsheimer. Bestraft wird das selten.

Auch das bestätigt die Stadtverwaltung - zumindest indirekt. Nach Angaben der Kommune lägen dem Ordnungsamt derzeit keine Anzeigen wegen des illegalen Abbrennens von Feuerwerkskörpern vor. Falls es die gäbe und die Behörde tatsächlich einen Verursacher ermitteln würde, dann müsste der laut Sprengstoffgesetz mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 Euro rechnen - zumindest theoretisch.

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