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de25.09.2014 Zahlreiche Beschwerden wegen langem Feuerwerk

Meßkirch -  Was sich am 6. September über den Dächern von Meßkirch abspielte, ging vielen zu weit: Etwa 45 Minuten lang dauerte ein privates Feuerwerk. Zahlreiche Bürger fühlten sich gestört. Nun befasst sich der Gemeinderat mit dem Thema.


Fast 45 Minuten Feuerwerk und Knallkörper sind zu viel, meint Gemeinderätin Christel Golz (CDU). Wie sie am Dienstag im Gemeinderat sagte, hätten sich zahlreiche Bürger wegen dieses Feuerwerks, gezündet am Samstag, 6. September, beim Schloss, und anderer Feuerwerke an sie gewandt. Golz sprach sich für eine Grundsatzdiskussion im Gemeinderat aus. Es soll ihrer Ansicht nach geklärt werden, ob und wie viele Feuerwerke außerhalb der Silvester-/Neujahrsnacht in Meßkirch und seinen Stadtteilen zulässig sein sollen.

Bürgermeister Arne Zwick ging in seiner Antwort auf die Anfrage der Stadträtin auf die generelle rechtliche Lage ein: „Wir können es regeln, wie wir wollen.“ Möglich sei eine zahlenmäßige Begrenzung bis hin zu einem vollständigen Verbot außerhalb der Silvesternacht.

Golz berichtete im SÜDKURIER-Gespräch, dass sie Telefonanrufe von älteren Bürgern und auch von Tierbesitzern erhalten habe. Ältere Menschen, so ihre Argumentation, würden durch das Knallen an Erlebnisse aus der Kriegszeit erinnert. Golz: „Auch für viele Haustiere ist das Knallen eine Belastung.“ Sie verweist auf ihren Ratskollegen Jürgen Fecht. Dieser ist Besitzer eines noch nicht ein Jahr alten Hundes. Er berichtete im SÜDKURIER-Gespräch: „Weder beim letzten Silvester noch bei den vorhergehenden Feuerwerken war mein Hund in Unruhe.“ Doch beim 45-Minuten-Feuerwerk am 6. September seien sehr viele Böller verwendet worden. Fecht sprach von „Krachmacherei“ und „Geböller“. „Wenn man glaubte, es sei zu Ende, ging es wieder von vorne los.“ Als Gemeindratsmitglied plädiert Fecht nicht für ein vollständiges Verbot und begründet das mit dem Hinweis, die Stadt müsse den Festsaal im Schloss auch noch vermieten können. Allerdings spricht sich Fecht für eine verstärkte Reglementierung aus.

Die Stadtverwaltung bestätigte die verstärkten Klagen. Martin Stehmer vom Ordnungsamt: „Es sind gegenwärtig drei Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen ungenehmigter Feuerwerke in der Kernstadt und in einem Stadtteil im Gange.“ Da die Stadt noch nie entsprechende Bußgeldbescheide erlassen habe, konnte Stehmer noch keine Angaben darüber machen, wie hoch die Bescheide sein werden. Die Stadt habe zwar keine strikten Vorgaben für die Genehmigung, trotzdem müssten einige Voraussetzungen erfüllt sein, um sie zu bekommen. Stehmer: „Es muss ein besonderer Anlass wie Hochzeit, runder und hoher Geburtstag oder ein entsprechendes Firmenjubiläum sein.“ Die Stadt sei nur für Feuerwerke der Klasse II zuständig. „Das umfasst die sonst auch an Silvester erlaubten Raketen und Böller“, so Stehmer.

Die Stadtverwaltung genehmigte 2013 insgesamt zehn Feuerwerke. In diesem Jahr waren es nach Auskunft von Ordnungsamtsleiter Martin Stehmer bisher acht Feuerwerke. Zwei weitere Anträge auf die Sondererlaubnis seien abgelehnt worden. In den Genehmigungen sei insbesondere festgelegt, dass die Feuerwerke vor 23 Uhr gezündet sein müssen. Die Dauer ist bislang nicht geregelt. Die Anträge müssen bei der Stadt gestellt werden.

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