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de12.11.2014 In Aichach krachen Böller nicht nur an Silvester

Immer mehr Menschen nutzen Feierlichkeiten wie Geburtstage, Hochzeiten oder auch Straßenfeste, um privat Raketen abzubrennen. Doch das kann teuer werden.

Bis Silvester sind es noch 50 Tage. In Aichach und seinen Ortsteilen kracht es häufig schon früher. Böller und Raketen fliegen bereits Wochen vor dem Jahreswechsel in die Luft. Der Grund sind Privatfeste. Immer mehr Menschen gönnen sich zum Geburtstag oder zur Hochzeit ein eigenes Feuerwerk. Ein Trend, den Klaus Stepper vom Ordnungsamt der Stadt Aichach bestätigt: „Privatfeuerwerke haben in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen.“ Allein in diesem Jahr genehmigte er sechs Stück, 2013 insgesamt acht. Laut Stepper gibt es eine weitaus höhere Zahl von nicht-angemeldeten, also illegalen Feuerwerken: „Dann dürften es etwa 30 pro Jahr sein.“ Doch gerade beim Abbrennen eines privaten Feuerwerks gibt es einiges zu beachten....

Wann muss ein Feuerwerk genehmigt werden?

Im Prinzip ist jedes Feuerwerk genehmigungspflichtig, das nicht an Silvester abgebrannt wird. Eine Ausnahme bildet das sogenannte Kleinstfeuerwerk. Das sind zum Beispiel Knallbonbons, Wunderkerzen oder ein Tischfeuerwerk. Diese Artikel dürfen das ganze Jahr über abgebrannt werden und erfordern keine Genehmigung. Für alle anderen Kategorien gilt: nur am 31. Dezember und am 1. Januar. Kleinstfeuerwerk ist ganzjährlich im Handel erhältlich und darf an Kinder über zwölf Jahre verkauft werden....

Wer entscheidet, ob ich ein privates Feuerwerk abfeuern darf?

Für die Genehmigung von Privatfeuerwerken im Zeitraum vom 2. Januar bis 30. Dezember sind die Gemeinden zuständig. Diese Entscheidung trifft in der Regel das Ordnungsamt. In Aichach ist Klaus Stepper dafür verantwortlich. Ob er ein Feuerwerk genehmigt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, erklärt er: „Das kommt darauf an, an welchem Ort, zu welcher Zeit und aus welchem Grund das Feuerwerk stattfinden soll. Das muss ich von Fall zu Fall abwägen.“

Gilt diese Genehmigung auch für Pyrotechniker und Sprengmeister?

Menschen, die eine Erlaubnis oder einen Befähigungsschein haben, dürfen Feuerwerkskörper der Kategorie 2, also Silvesterfeuerwerk, auch während des Jahres verwenden. Dazu zählen Sprengmeister und Pyrotechniker. Sie müssen allerdings das Abbrennen der Feuerwerkskörper wie bei Artikeln der Kategorien 3 und 4 an die zuständige Behörde melden.

An welchen Orten ist das Böllern verboten?

Generell ist das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern verboten. Das schreibt die erste Verordnung des Sprengstoffgesetzes so vor.

Welche Strafen drohen beim illegalen Raketenzünden?

Fahrlässige oder vorsätzliche Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz können nach Auskunft des Landratsamtes Aichach-Friedberg mit Bußgeldern bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Werden Feuerwerker in Aichach und Umgebung oft angezeigt?


Nach Angaben der Polizei Aichach gibt es im Stadtbereich öfter Beschwerden als im ländlichen Raum. Allgemein melden sich wegen einem Feuerwerk aber nur sehr wenige Menschen bei der Polizei. Erich Weberstetter von der Aichacher Polizei erklärt sich das so: „Viele Leute auf dem Land wissen meistens, dass der Nachbar Geburtstag hat oder heiratet, dann drückt man schon mal ein Auge zu.“
 
In Deutschland gibt es vier Kategorien von Feuerwerk:
Kategorie 1: In diese Kategorie fallen Feuerwerkskörper, die eine sehr geringe Gefahr darstellen. Sie sind zur Verwendung in Wohngebäuden gedacht. Zum Beispiel Wunderkerzen oder Tischfeuerwerk.
Kategorie 2: Dazu zählen Feuerwerkskörper, von denen eine geringe Gefahr ausgeht. Sie können in abgegrenzten Bereichen im Freien gezündet werden. Zum Beispiel Raketen, Knallfrösche oder Fontänen.
Kategorie 3: Diese Kategorie beinhaltet Feuerwerkskörper, mit mittelgroßer Gefahr. Sie sind zur Verwendung in weiten offenen Bereichen im Freien vorgesehen. Das Mindestalter für Kauf und Verwendung liegt bei 18 Jahren. In Deutschland dürfen Artikel der Kategorie 3 nur von Menschen mit einer Erlaubnis oder einem Befähigungsschein gekauft und verwendet werden. Die Verwendung muss bei der Behörde angezeigt werden.
Kategorie 4: In diese Kategorie fallen Feuerwerkskörper, die eine große Gefahr darstellen. Man spricht von Feuerwerkskörpern für den professionellen Gebrauch. Sie dürfen nur von Personen mit Fachkunde verwendet werden. Das Mindestalter beträgt 21 Jahre. Das Feuerwerk muss zwei Wochen vorher bei der Behörde angekündigt werden.

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