Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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at25.11.2014 Tonnenweise Lebensgefahr

In Kapfenstein sterben Vater und Sohn bei der illegalen Produktion von Böllern, in Bruck an der Mur zerreißt ein Knallkörper die linke Hand eines Profifußballers, in Wien entdecken Diensthunde im Auto eines jungen Mannes 100 pyrotechnische Gegenstände mit „großem Gefahrenpotenzial“, wie es die Polizei ausdrückt.

Alle Vorfälle ereigneten sich innerhalb der vergangenen Woche. Und alle Vorfälle zeigen einmal mehr, dass Explosionen, Rauch und Feuer auf manche jungen Männer magisch anziehend wirken – ohne Rücksicht auf Verluste.
 

Was weiß man über die Gefahren von Pyrotechnik in Österreich?

Da die Materie mehrere Behörden betrifft, existiert keine zentrale Statistik über Anzeigen und Zwischenfälle. Es gibt jedoch einige Kennzahlen, mit deren Hilfe man sich ein recht gutes Bild vom „Markt“ machen kann. Eine dieser Kennzahlen ist die Menge der beschlagnahmten Gegenstände, die die Behörden schließlich kontrolliert sprengen. Jahr für Jahr werden so drei bis fünf Tonnen Böller, Bomben und Raketen entsorgt. Allein im jüngsten Fall von Kapfenstein ging es gleich um 4000 bis 6000 Stück.

Bei den Versicherungen hat man indes einen groben Überblick über die Häufigkeit der Zwischenfälle. Etwa 600 Personen müssen deshalb jährlich im Spital behandelt werden. Häufig geht es dabei um abgerissene oder verletzte Gliedmaßen sowie schwere Gesichtsverletzungen und Verbrennungen am ganzen Körper.
  

Wie betreiben Private überhaupt ihre geheimen Werkstätten?

„Meistens sind diese Bastlerstuben in abgelegenen Gebäuden oder Kellern untergebracht“, erzählt Thomas Csengel vom Entschärfungsdienst des Innenministeriums. In den meisten Fällen handelt es sich um technisch oder chemisch interessierte Männer bis Mitte 30. Produziert würden dort vor allem Gegenstände mit Blitz- und Knalleffekten (Böller), bunt aufleuchtende Raketen seien für diese Personen weniger interessant.
 

Woher stammen die Chemikalien zur Produktion von Böllern?

Die Zutaten für lebensgefährliche Böllerladungen sind bei jedem gut sortierten Chemiebedarfhändler zu finden. Ohne Gewerbeberechtigung ist der Einkauf größerer Mengen jedoch auffällig. „Viele weichen daher auf Internetshops im Ausland aus“, sagt Entschärfungsexperte Csengel.

Warum es immer wieder Verletzte und Tote gibt, hat auch mit der Größe der Ladungen zu tun. Die bekannten Piraten-Kracher sind mit maximal 0,5 Gramm eines solchen Gemisches befüllt. Die von Behörden beschlagnahmten Böller ähneln mit 50 bis 100 Gramm Inhalt schon eher kleinen Bomben als Feuerwerksartikeln.

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