Pyrotechnik ist kein Spielzeug

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at25.11.2014 Hohe Entsorgungskosten für Böllerlager

Unfälle mit Böllern haben in den vergangenen Tagen viel menschliches Leid verursacht. Nun stellt sich auch die Frage nach der Entsorgung, denn eine fachgerechte Entsorgung von Schwarzpulver ist weder einfach noch billig.

In den letzten Tagen sorgten schwere Unfälle mit Böllern für Aufregung: Am Sonntag verletzte sich in Bruck/Mur der steirische Fußballprofi Andreas Schicker beim Zünden eines Knallköpers - mehr dazu in Böllerunfall: Fußballprofi verlor Hand und in Nach Böllerunfall: Schicker auf Weg der Besserung. In der Vorwoche wurden zwei Oststeirer beim Hantieren mit Schwarzpulver tödlich verletzt - mehr dazu in Kapfenstein: Brüder bunkerten Tausende Böller; zudem wurde in Oedt ein weiteres illegales pyrotechnisches Lager gesperrt - mehr dazu in Gefährliches Pyrotechnik-Lager gefunden.

„Viele Dinge kann man einfach nicht kontrollieren“

Hauptproblem ist der schwer in den Griff zu bekommende Schwarzmarkt: Auch wenn es keine Schätzungen gibt, wie groß der Schwarzmarkt bei Böllern und Pyrotechnikprodukten ist, dürfte er laut Robert Julius Siegert, Berufsgruppensprecher für Pyrotechniker in der Wirtschaftskammer, nicht vernachlässigbar sein. Es gibt zwar entsprechende Gesetze, diese seien aber nur schwer zu vollziehen: „Das ist genau der Punkt, der mir immer sehr am Herzen liegt, dass man sagt, gesetzliche Regelungen müssen auch überprüfbar sein, weil dann ist es wieder eine Sache der Exekutive zu sagen, warum wurde das und das nicht untersucht. Viele Dinge kann man einfach nicht kontrollieren“, so Siegert, der zwar nicht für Bespitzelung der Nachbarn ist, aber aufgrund der Gefahr, die von Böllern ausgeht, sollten entsprechende Beobachtungen gemeldet werden.
Die verheerende Explosion in Kapfenstein forderte zwei Tote. Mittlerweile wurden die illegal hergestellten Gegenstände durch kontrollierte Sprengungen vom Entschärfungsdienst der Innenministeriums im südsteirischen Straden vernichtet, sagt Fritz Grundnig von der Landespolizeidirektion: „Wegen der gefundenen Chemikalien wurde eine Entsorgungsfirma beauftragt, und hier ist die Gemeinde zuständig. Das heißt, die Gemeinde beauftragt die Entsorgungsfirma und übernimmt auch die Kosten.“

Weitere Vorgehensweise und Kosten unklar

In den Fällen der illegalen pyrotechnischen Lager ist die weitere Vorgehensweise aber unklar: „Es sind ja keine illegalen Gegenstände, sondern pyrotechnische Artikel, die durchaus einer Kategorie zuzuordnen sind, und es ist noch nicht geklärt, was mit diesen Gegenständen passiert, ob sie vernichtet werden müssen, also entsorgt werden müssen, oder ob die von der Firma abgeholt werden und weiterverkauft werden dürfen“, sagt Grundnig. Derzeit könne nicht abgeschätzt werden, wie hoch die Kosten für die Entsorgung der Pyrotechnikprodukte sein werden.

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