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at02.12.2014 Kripo spürt illegale Böller auf

Hausdurchsuchungen in der Südoststeiermark nach Explosion in Kapfenstein fördern Unmengen an Böller und Unterlagen zutage.

Die Pyrotechnikszene ist in Aufruhr, denn nach der folgenschweren Explosion in Kapfenstein haben die Ermittler des Landeskriminalamtes (Brandgruppe) vergangene Woche eine Serie von Hausdurchsuchungen in der ganzen Südoststeiermark durchgeführt. Dabei wurden Unmengen illegaler Sprengkörper – auch Böller, wie sie in Kapfenstein hergestellt wurden – und Geschäftsunterlagen sichergestellt. Durch die Papiere und die elektronischen Datenträger erhoffen sich die Kriminalisten wichtige Hinweise über die Geschäftsverbindungen des 29-jährigen Bernhard F.

Wie berichtet hatte F. auf dem Anwesen seiner Eltern in Kapfenstein Tausende „Superböller“, „Cobra 44“, „Cobra 55“ und „Cobra 86“ hergestellt. Dort kam es vor 14 Tagen zu einer verheerenden Explosion, bei der Bernhard F. und sein 59-jähriger Vater getötet wurden.
Über 6000 illegal hergestellte Böller waren neben der zerstörten Werkstätte in einem Gebäude gelagert. Die scharfen „Bomben“ wurden entsorgt und zerstört. Noch gäbe es keine Zahlen, wie viele Böller in den Handel gekommen seien, sagten Experten in einer Pressekonferenz des Innenministeriums in Wien, am Freitag vergangener Woche. Angesichts der riesigen Produktionsmenge dürften aber Zehntausende dieser Sprengkörper Kapfenstein verlassen haben.
Das zu klären ist jetzt Aufgabe der Kriminalisten. Sie haben bereits begonnen, das sichergestellte Material zu sichten. Die bei den Hausdurchsuchungen in der Pyroszene sichergestellten Böller wurden fachgerecht entsorgt.
Was die genaue Ursache für die Explosion in Kapfenstein war, ist noch nicht geklärt. Es dürfte Wochen, möglicherweise sogar Monate dauern, bis ein Ergebnis vorliegt. Die Untersuchungen der Sprengsachverständigen laufen jedenfalls auf Hochtouren.
Klar ist auch noch nicht, welche Rolle Thomas F. (33) bei der Böllerproduktion spielte. Er hatte kurz vor der Explosion die Werkstätte verlassen und das Lager aufgesucht. Deshalb kam er mit leichten Verletzungen davon. Sein Vater hingegen ging zufällig an der Produktionsstätte vorbei, als das Gebäude in die Luft flog.

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