Pyrotechnik ist kein Spielzeug

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ch11.12.2014 Schweizer lassen es zunehmend krachen

Der Verbrauch an Feuerwerk nimmt stark zu. Der Bund weist auf gesundheitliche und ökologische Risiken hin.

In einigen Wochen wird das Jahr 2014 mit viel Feuerwerk verabschiedet. Weiterhin ist aber in der Schweiz der Feuerwerksverbrauch am Ersten August grösser. Darauf verweist ein neuer Bericht des Bundesamts für Umwelt (Bafu). 2013 betrug der inländische Verbrauch an Feuerwerkskörpern 2325 Tonnen. Dieser Wert schwankt von Jahr zu Jahr. Doch zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend. Der Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2013 betrug fast 2000 Tonnen. In den 1990er-Jahren lag dieser Wert bei noch bei knapp 1000 Tonnen.

Unfälle und Lärm

In den fünf Jahren von 2008 bis 2012 haben sich rund 1200 Unfälle mit Feuerwerkskörpern ereignet, so die Statistik der Unfallversicherungen. Das Bafu erwähnt zudem Schallmessungen. Diese zeigten, dass für das Personal im Sperrbereich von Grossfeuerwerken ein Gehörschutz zwingend ist. Auch im nahen Zuschauerareal überschreitet aber die Gehörbelastung des Publikums den Präventionsgrenzwert von 120 Dezibel. «Daher wäre es sinnvoll, wenn Veranstalter öffentlicher Feuerwerke die Einhaltung der Impulslärm-Grenzwerte der Suva im Zuschauerbereich festschreiben würden», so der Bafu-Bericht.

Feinstaub-Probleme

Bei den ökologischen Auswirkungen steht die Feinstaubbelastung im Vordergrund, so der Bericht des Bafu. Der Gehalt von lungengängigem Feinstaub (PM10) steigt etwa am Nationalfeiertag örtlich und auch umgerechnet auf den 24-Stunden-Mittelwert über den in der Luftreinhalteverordnung festgelegten Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter. Innerhalb gewisser Stunden treten dabei natürlich besonders hohe Feinstaub-Konzentrationen auf. Dies könne für Personen mit Herzkreislauf- oder mit chronischen Atemwegserkrankungen zu Gesundheitsproblemen führen, so das Bafu. Älteren Personen und Personen mit chronischen Atemwegs- oder Herzkreislauf-Erkrankungen sei zu empfehlen die unmittelbare Nähe von Feuerwerken zu meiden, so die Studie.

Bereits ein Politikum

Im Kanton Aargau kommt im März eine Volksinitiative zur Abstimmung, die das Abbrennen von Feuerwerk reglementieren will. Gemäss der Initiative soll etwa am Nationalfeiertag nur in einem klar definierten Zeitfenster privates und durch Gemeinden organisiertes Feuerwerk abgebrannt werden. Dabei sollen Knallkörper verboten werden.
Auf Bundesebene wurde in den letzten Jahren festgelegt, dass grosse Feuerwerkskörper nur von Personen gezündet werden können, die über einen Anwenderausweis verfügen.

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