Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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de14.12.2014 Wassermusik statt „Raketenangriff“

Warendorf - „Es reicht nicht nur die Knallerei zu verbieten, sondern mann muss den Menschen Alternativen bieten. Und wenn diese dann auch noch aus der Bevölkerung selbst kommen, ist die Akzeptanz umso größer“, sagen Doris Riesenbeck und Mechthild Arf. Von Kontrollen in der Silvesternacht halten die beiden Bürgerinnen nichts, die sich bereits mehrfach an die Stadt gewandt haben. Sie setzen auf Prävention. Erste Ideen, wie so eine Silvesternacht ohne Böller und Raketen auf dem Marktplatz aussehen könnte: „Sonnenräder, Händels Wassermusik oder Beleuchtungszauber. Das Ganze eingebettet in eine zweistündige Party, um Mitternacht dann das Singen des Deutschlandliedes und eine kurze Ansprache des Bürgermeisters zum Jahreswechsel – das wäre doch wunderschön.“

Doris Riesenbeck und Mechthild Arf bezeichnen sich selbst scherzhaft als „Spaßbremsen der Silvesterknallerei“. Geht es nach den beiden Warendorferinnen, die in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes und in denkmalgeschützten Häusern der Altstadt wohnen, würde der Jahreswechsel nicht mit Böllern und Raketen auf dem Historischen Marktplatz begangen, sondern mit einer gesteuerten Party. Denn sie haben Sorge, dass durch das Feuerwerk Schaden angerichtet werden kann.
„Es reicht aber nicht nur die Knallerei zu verbieten, sondern mann muss den Menschen Alternativen bieten. Und wenn diese dann auch noch aus der Bevölkerung selbst kommen, ist die Akzeptanz umso größer“, sagen sie. Von Kontrollen halten die beiden Bürgerinnen nichts, die sich bereits mehrfach an die Stadt gewandt haben. Sie setzen auf Prävention. Erste Ideen, wie so eine Silvesternacht ohne Böller und Raketen auf dem Marktplatz aussehen könnte: „Sonnenräder, Händels Wassermusik oder Beleuchtungszauber. Das Ganze eingebettet in eine zweistündige Party, um Mitternacht dann das Singen des Deutschlandliedes und eine kurze Ansprache des Bürgermeisters zum Jahreswechsel – das wäre doch wunderschön.“ Und sie haben sich auch schon Gedanken gemacht, wer so etwas auf die Beine stellen und beaufsichtigen könnte. „Das wäre zum Beispiel ein Tätigkeitsfeld für den Verkehrsverein, der demnächst Wirtschaftsforum Warendorf heißt. Und Wache könnte die Jugendfeuerwehr schieben.“
Der Warendorfer, und nicht nur der, lässt es in der Silvesternacht gerne mal richtig krachen. Der Marktplatz wir da gern zum Zentrum der Böllerei. Doch in der Altstadt reiht sich ein Fachwerkhaus ans andere. Höchste Brandgefahr für die denkmalgeschützte Innenstadt. Deshalb ruft die Verwaltung die Altstadt in der Silvesternacht zur raketenfreien Zone aus. Diese liegt innerhalb der Stadttore- und mauern, erweitert um die Altenheime. Die Stadt beruft sich dabei auf die Sprengstoffverordnung, die es untersagt, Feuerwerk nahe Fachwerkhäusern abzubrennen.
Was die wenigsten wissen: Zum Jahreswechsel wacht ein Brandsicherheitsdienst im Rathaus. Das ist ein Angestellter eines Freckenhorster Sicherheitsdienstes, der in erster Linie dazu da ist, die Brandmeldeanlage im Falle eines Fehlalarms unter Kontrolle zu haben.
Die Stadt geht kein Risiko ein: Zu schnell kann ein Böller in den engen, verwinkelten Gassen großen Schaden anrichten, ein Raketenangriff Dachbrände entfachen. „An den Eingängen zum Marktplatz stellen wir am 29. Dezember Verbotsschilder auf“, sagte Uwe Niemeyer vom Ordnungsamt der Stadt. Bereits im Oktober hatte die Verwaltung in einem freundlichen Schreiben an die Gastwirte rund um den Markt appelliert, ihre Gäste auf das Feuerwerksverbot in der Silvesternacht hinzuweisen. Ob das eingehalten wird, vermag Niemeyer nicht zu sagen. Kontrollen werde es aber nicht geben, dafür stehen keine ausreichenden Kräfte zur Verfügung. Angesichts großer Menschenansammlungen in der Silvesternacht, etwa auf dem Marktplatz, sei eine Kontrolle faktisch unmöglich. Man werde aber Anzeigen nachgehen, so Niemeyer. Bürgermeister Jochen Walter, so der Ordnungsamtsmitarbeiter, werde in der Weihnachtsratssitzung das Problem noch einmal thematisieren und an die Einsicht der Bürger appellieren. Die Verwaltung baut darauf, dass es so zu einem bewussteren und verantwortlicheren Umgang mit Pyrotechnik kommt.

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