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de29.12.2014 Bund Naturschutz: »Wir plädieren für Silvester ohne Böllerei«

Wenn es um die Feinstaub-Belastung durch Autos geht, haben viele Bürger eine klare Meinung: je weniger, desto besser. Mit Blick auf Silvesterknaller ist das nicht unbedingt so. Das kritisieren Naturschützer und plädieren für sinnvolleres Geldausgeben.

Naturschützer in Bayern machen sich für ein Silvester ohne Knaller und Raketen stark. »Wir plädieren dafür, dass es ein Silvester ohne Böllerei gibt. Wir wollen den Menschen nicht ihren Spaß verderben, aber was sich inzwischen tut in den Städten, das ist einfach viel zu viel«, sagte der fachliche Geschäftsführer des Bundes Naturschutz Bayern, Richard Mergner, der Deutschen Presse-Agentur. Gründe für den Vorstoß seien nicht nur die durch die Knallerei verstörte Tierwelt, sondern auch die negativen Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt.
»Der Rauch der abgebrannten Feuerwerkskörper enthält derartig viele Chemikalien. Das ist wirklich gravierend.« Es gehe dabei um einen Mix aus Kalium-Nitrat, Holzkohle, Schwefel, Strontium und Kupfer, die zum Teil für die Färbungen der Raketen sorgen. Die gesundheitliche Belastung mache aber vielmehr der »Cocktail an Schadstoffen« aus, den die Böllerei insgesamt entstehen lasse. »Nämlich Feinstaub.« Dieser führe zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Menschen, die ohnehin Atemwegserkrankungen oder ein Asthmaleiden haben. »Dann wird dadurch nochmal eins drauf gesetzt«, sagte Mergner.

Die Feinstaubkonzentrationen in den Städten seien an Silvester höher als an jedem anderen Tag des Jahres – »und zwar flächendeckend«. »Wo sonst nur Grenzüberschreitungen an dicht befahrenen Straßenschluchten feststellen, hat man das an Silvester dort, wo geknallt wird. Es entstehen richtige Feinstaubwolken und Rauchschwaden.«

Ein weiterer Aspekt sei zudem die enorme Belastung der Tierwelt. »Diese Geräuschbelastung ist für die Tiere ein einschneidendes Erlebnis – egal, ob Hund, Katze, wildlebende Tiere oder Vogelwelt«, sagte der Landesbeauftragte. Tiere reagierten viel sensibler auf Geräusche als Menschen. »Starke Detonationen können den Orientierungssinn beeinträchtigen und zum Teil Schockzustände auslösen.«

»Wenn es schon sein muss, dann raten wir zu einem massivst reduzierten Gebrauch der Feuerwerkskörper.« Man könne sein Geld zudem auch für sinnvollere Dinge nutzen. »Und es lieber für eine neue LED ausgeben oder Asylbewerber unterstützen und ihnen einen schönen Abend bereiten«, sagte der 53-Jährige. Außerdem gebe es auch Alternativen zur Knallerei, zum Beispiel Wunderkerzen.

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