Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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ch27.04.2015 Durch Böller arbeitsunfähig

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Simon Perks wurde während dem Fussballspiel zwischen dem FC Vaduz und YB durch einen Böller eines YB-Fans schwer verletzt. Der Tontechniker erlitt eine Brandwunde und ein Gehörtrauma.

«Ich bin immer noch ziemlich wütend, aber vor allem traurig», sagt Simon Perks aus Dicken SG. «Mein ganzes Leben lang habe ich während meiner Arbeit als Tontechniker und Musiker meine Ohren geschützt, und in nur einer Sekunde ändert sich alles.» Der 50-Jährige war als Tontechniker für den Teleclub beim Spiel zwischen dem FC Vaduz gegen YB am 3. April in Vaduz dabei.

Nachdem sein Team und er in der Halbzeit Interviews führten, lief er kurz vor Beginn der zweiten Spielzeit am YB-Fansektor vorbei. Ein unter einer YB-Fan-Flagge versteckter Fan warf einen gezündeten Böller und traf den vorbeilaufenden Tontechniker am linken Bein. «Ich bin umgekippt und schrie vor Schmerzen», so Perks.

Brandnarbe und Tinnitus

Nur mühsam habe er sich wegen dem stechenden Schmerz im Bein aufrichten können. «Ich hinkte zu den Securitas und sie begleiteten mich zum Sanitäter», so Perks. Der Tontechniker erlitt durch den detonierten Böller eine rund vier mal vier Zentimeter grosse Brandwunde zweiten Grades an der linken Wade sowie ein Gehörtrauma samt Tinnitus und Schwindelattacken.

«Der Tinnitus macht mir am meisten zu schaffen», erzählt Perks. Zuerst hatte er diesen Pfeifton auf beiden Ohren – rechts sei er nach wenigen Tagen verschwunden. Am linken Ohr höre er aber ständig dieses Pfeifen: «Ich kann kaum schlafen», so Perks. «Jeden Morgen wache ich auf und hoffe, dass er weg ist.» Doch jeden Morgen werde er enttäuscht. Ob der Tinitus je weggeht, wissen die Ärzte noch nicht.

Seit dem Vorfall kann Perks seiner Arbeit als Tontechniker nicht nachgehen: «Ich kann zwar helfen aufzubauen, aber etwas abmischen funktioniert nicht mehr», so Perks. In seinem Alter sei so etwas nur traurig.

«Ich hoffe, er entschuldigt sich»

Perks wisse zwar, dass der YB-Fan den Böller nicht mit Absicht auf ihn geworfen habe, doch: «Wenn man in einer Menschenmenge steht und trotzdem einen Böller schmeisst, ist man dumm und verantwortungslos», so Perks.

Der YB-Fan sollte seiner Meinung nach nun ein Mann sein, sich melden und die Verantwortung für sein Fehlverhalten übernehmen. «Auch hoffe ich, dass er sich bei mir entschuldigt», so Perks.

Böllerwerfer ist bekannt

Wie die Landespolizei Fürstentum Liechtenstein am Freitag mitteilte, konnte der Verdächtige ermittelt werden und wegen Verdachts der schweren Körperverletzung, Gefährdung der körperlichen Sicherheit und nach dem Sprengstoffgesetz bei der Liechtensteinischen Staatsanwaltschaft angezeigt werden.

Der Verdächtige wird eine Vorladung erhalten, wie die Polizei auf Anfrage mitteilte. Wenn er nicht bei der Staatsanwaltschaft antrabt, wird Liechtenstein ein Rechtshilfegesuch an die Schweiz stellen. Welches Strafmass den Fan erwartet, konnte die Polizei auf Anfrage nicht beantworten.

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