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de29.04.2015 Feuerwerk machte Pferde scheu

Westerkappeln - Am Nachthimmel von Seeste ist am Samstag ein Feuerwerk in die Luft gegangen, wie es in der Gemeinde bislang wohl noch nicht zu sehen gewesen war. Dabei sind einer Familie in Seeste im wörtlichen Sinne die Pferde durchgegangen.

„Wer hat das genehmigt ?“, fragt die Betroffene in der Facebook-Gruppe „Westerkappeln“. Niemand, lässt sich kurz und bündig antworten. Denn so ein Feuerwerk muss gar nicht genehmigt werden.

Samstagabend wurde ein 40. Geburtstag am Schießstand „Im Himmelreich“ gefeiert. Nicht nur der Jubilar wurde mit einem Großfeuerwerk überrascht, sondern etliche Anlieger der Bauerschaft wohl auch. Selbst in Westerbeck habe er das Feuerwerk als sehr heftig empfunden, schreibt ein anderer Facebook-User.

Die Gemeinde war über das Feuerwerk informiert. Das Ordnungsamt wollte das Spektakel nicht erlauben, „Wir haben aber keine rechtliche Handhabe, weil es von einer Fachfirma abgebrannt wurde. Die muss das nur anzeigen“, erläutert Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer. Dieser Pflicht sei das Unternehmen ordnungsgemäß nachgekommen.

Otto Normalverbraucher darf es dagegen nicht ohne Weiteres krachen lassen. „Wir genehmigen das in der aber Regel nicht. Sie sehen ja, was das für einen Aufruhr gibt“, meint Große-Heitmeyer mit Hinweis auf die Beschwerden.

Größere Feuerwerkskörper der Kategorie 3 und 4 dürfen nur von Personen mit Fachkunde abgebrannt werden. So wie am Samstag in Seeste, wo Michael Kramer, staatlich geprüfter Pyrotechniker und Inhaber eines Brandschutz- und Feuerwerksunternehmens aus Kretz bei Koblenz, verantwortlich zeichnete.

„Wir haben das der Gemeinde rechtzeitig mitgeteilt und auch eine Arbeitsliste von Kategorie 2 bis 4 eingereicht“, betont Kramer. Damit nicht genug. Obwohl man nicht dazu verpflichtet gewesen sei, habe man alle Höfe im Umfeld des Seester Schießstandes angefahren und persönlich informiert. „Einer ist uns allerdings durchgerutscht. Dafür haben wir uns auch entschuldigt“, versichert der Pyrotechniker. Mit Rücksicht auf den Tierbestand in der Bauerschaft habe er auf die lauten Blitzknallkörper sogar verzichtet. Dennoch habe es schon während des Feuerwerks eine Beschwerde gegeben. „Die Verursacher haben zwar über ein Feuerwerk informiert, aber das war weit mehr als wir erwartet haben“, sagte die Anliegerin, deren Pferde durchgingen. Die Tiere sind aber wohl unverletzt geblieben.

In der Nachbarschaft stößt das Höhenfeuerwerk auf ein unterschiedliches Echo. „Die armen Pferde !! Schämt euch ihr Pyromanen!“, wettert ein Facebook-Nutzer.

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