Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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ch08.08.2015 Mit dem Feuerwerk-Spektakel nehmen wir verpestete Luft in Kauf

Die Feuerwerke, die am Abend des 1. August den Himmel erleuchteten, sind längst verglüht. Doch die Spuren der Raketen lassen sich noch immer nachzeichnen – etwa in den Daten der Geräte, die die Luftqualität messen.
So weisen die Feinstaub-Daten von Ostluft, der «Luftqualitätsüberwachung der Ostschweizer Kantone und des Fürstentums Liechtenstein», den Feuerwerks-Ausschlag auf, der jeweils für den Nationalfeiertag und den Jahreswechsel typisch ist. Und so nahm auch dieses Jahr am 1. August, in der Regel so ab 22 Uhr, als es langsam eindunkelte, die Konzentration der sogenannten «PM10»-Teile rasch und heftig zu.
An der Messstelle an der Stadtzürcher Schimmelstrasse etwa, wo tagsüber die dort üblichen rund 20 Mikrogramm pro Kubikmeter registriert worden waren, wurden 91 Mikrogramm festgestellt. In Winterthur (Veltheim) und Schlieren (Güterstrasse) wurden dieselben Spitzen erreicht (siehe Grafik). An exponierten Lagen, wie in der Nähe des bei Feuerwerkern beliebten Rapperswiler Hafenbeckens, wurden 115 Mikrogramm gemessen.

Der Grenzwert des Bundes, der maximal einmal im Jahr überschritten werden darf, liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter – dies allerdings als durchschnittlicher Tageswert. In früheren Jahren, und insbesondere an Silvester, wurde dieser Tagesgrenzwert wegen des Feuerwerks überschritten. An diesem 1. August war dies nicht der Fall. So weist beispielsweise die Messstelle in Schlieren für den 1. und 2. August Tageswerte von 18 und 17 Mikrogramm aus. Die Werte blieben damit weit von der Limite entfernt; im Vergleich zu den Vortagen, als weniger als 8 Mikrogramm verzeichnet wurden, hatten sie sich dennoch verdoppelt.

Der Staub verteilt sich schneller

Im Sommer sei die Feinstaub-Grundbelastung grundsätzlich tiefer als im Winter, sagt Peter Maly, Ostluft-Geschäftsleiter und Fachbereichsleiter des Interkantonalen Labors für Umweltschutz Kanton Schaffhausen. Zudem herrschten im Sommer auch günstigere Ausbreitungsbedingungen in der Luft vor – die Feinstaub-Konzentration dünne rascher aus, im Winter bleibe der Staub eher länger in der Luft liegen.

Im letzten Jahresbericht hatte Ostluft ein Feuerwerk, das für die höchste Feinstaubbelastung des Jahres gesorgt hatte, als «lufthygienischen Sündenfall» bezeichnet.

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