Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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de03.12.2015 Kriegstraumata und Feuerwerk

Ich erinnere mich noch gut, wie meine Mutter für mich völlig überraschend auf dem Ulmer Münsterfest in Panik geriet. Zur Feier des 500jährigen Jubiläums wurde in allen Öffnungen des gotischen Turmes ein großartiges Feuerwerk gezündet. Obwohl meine Mutter, die sich sonst gut im Griff hatte, ja sah und mit dem Verstand wusste, dass das als Festakt geplant war, geriet sie so außer Fassung, dass wir das Familientreffen am Münsterplatz so schnell wie möglich abgebrochen und den Ort verlassen haben. Später erklärte sie uns, dass die Erinnerungen an die schrecklichen Nürnberger Bombennächte sie so überwältigt hatten, dass der Verstand und auch die Geborgenheit der ganzen Familie dagegen nichts ausrichten konnten.

Es ist gut, nicht nur im Zusammenhang der Silvesterknallerei zu bedenken: Menschen, die durch schreckliche Erfahrungen traumatisiert sind, können Situationen als bedrohlich erleben, die für andere völlig harmlos sind, und u.U. können sie unerwartet impulsiv reagieren. Da kann jeder froh sein, der so etwas nicht erlebt hat – und wer sich stark fühlt, kann andere nicht auslachen, sondern Schwächere schützen. Damit würde er in guter Weise einen Wert aus unserer christlich-abendländischen Tradition vertreten und stärken. Wir brauchen keine Angst zu haben, dass unsere Kultur untergeht, wenn viele Menschen an vielen Stellen wichtige menschliche Werte unaufgeregt vertreten. Besser als Fremdes abzuwehren ist es, das, was einem wichtig ist zu stärken.


Maria Reichel
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