Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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un10.01.2011 "Traditionell" auf dem Rücken der Ärmsten - Kinderarbeit

Die entwicklungspolitische Hilfsorganisation Jugend für Eine Welt macht auf die menschenverachtenden Bedingungen und Kinderarbeit in der Feuerwerkskörper-Produktion aufmerksam.
Auch heuer werden Raketen und Kracher wieder für einen Jahreswechsel mit Knalleffekt sorgen. „So pompös Silvesterfeuerwerke bei uns gefeiert werden, so erschreckend sind die Hintergründe ihrer Herstellung“, sagt Reinhard Heiserer, Geschäftsführer des Hilfswerks Jugend Eine Welt. Die Organisation macht die KonsumentInnen auf die schrecklichen Produktionsbedingungen in der Feuerwerkskörper-Produktion aufmerksam und möchte zu mehr Achtsamkeit beim Kauf bewegen.

Hauptproduzenten von Feuerwerkskörpern in Asien

Indien ist, nach China der zweitgrößte Produzent von Feuerwerkskörpern weltweit. Über 90 Prozent der Produktionsstätten von Feuerwerksartikeln konzentriert sich auf die Region in und um Sikavasi. In 40 Dörfern werden insbesondere von Frauen und Kindern Feuerwerkskörper unter menschenverachtenden Bedingungen produziert. Die Arbeitsbedingungen sind prekär.

Lebensgefährliche Arbeit mit schweren gesundheitlichen Folgen

Jeder Neunte der Angestellten leidet unter Asthma oder Tuberkulose. Ursache hierfür ist der direkte Kontakt mit chemischen Substanzen wie Schwefel, Schwarz- und Aluminium-Pulver. Zudem finden aufgrund fehlender Sicherheitsvorkehrungen zahlreiche Unfälle statt. In den letzten zehn Jahren verloren allein in Sikavasi offiziell 75 Menschen ihr Leben und über 190 ArbeiterInnen wurden schwer verletzt.

Lohnsklaverei: Ausbeuterische Kinderarbeit

Weltweit steigt der jährliche Konsum von Feuerwerkskörpern um 10 Prozent. Doch die ArbeitnehmerInnen profitieren nicht von den wachsenden Gewinnen. Vielmehr versuchen die Fabriken mit vielfach angelegten Subunternehmen oder ohne Lizenzen Rechts- und Arbeitsregelungen sowie Sicherheitsbestimmungen zu umgehen. Über zehn Stunden Arbeitszeit täglich, Sechs-Tage-Wochen und keine Gehaltsentschädigungen während längerer Betriebspausen in der Regenzeit sind der Normalzustand. Hinzu kommt, dass vielfach Kinder und Jugendliche in den Betrieben mitarbeiten, die nur die Hälft des Erwachsenenlohns erhalten.

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