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at28.12.2010 Österreich Test: Jugendliche kauften die Todes-Böller

Immer mehr Schießwütige kaufen ihre Knaller und Raketen nicht bei den etwa 1.000 zugelassenen heimischen Händlern, sondern in illegalen Läden. Denn dort bekommt man die „wirklichen Kracher“.

Tschechische Grenze

Diese illegalen Händler findet man zum Beispiel im Niemandsland zwischen dem Grenzübergang Kleinhaugsdorf und Tschechien. Hunderte Chinesen verkaufen dort im sogenannten Chinatown in ihren Bretterverschlägen alles, was knallt. Den illegalen Händlern sind unsere Jugendschutzgesetze vollkommen egal.

ÖSTERREICH-Test mit Horror-Ergebnis

ÖSTERREICH hat dort den Test gemacht. Sonntag, 11 Uhr, an der tschechischen Grenze: Zwei Freiwillige, Severin und Philipp, beide 17 Jahre alt, wurden von uns mit 200 Euro ausgeschickt, um Feuerwerkskörper zu kaufen. Zehn Minuten später waren die beiden Burschen wieder zurück. Das Geld war weg, dafür hielten sie in ihren Händen genug Sprengstoff, um ein ganzes Haus in die Luft zu jagen.

Keine Ausweiskontrolle

Sie mussten auch gar nicht lange betteln: Die Händler der insgesamt 50 Stände drängten den beiden die Knaller förmlich auf. Niemand fragte nach einem Ausweis („Auch Kinder kauften neben uns ein“). Sogar Vorführungen gab es für unsere zwei Testkäufer. Weil sie wissen wollten, wie die Böller funktionieren, zündete ein Händler am Stand, inmitten einer Million Raketen, einfach einen der Kracher – mit seiner Zigarette an.

Hochgradig gefährlich

Was Severin und Philipp erstanden, ist hochgradig gefährlich. Die Kracher gehören alle zur Klasse III und IV. – entspricht einem Mittel- bzw. Großfeuerwerk. In Österreich darf man nur Kleinfeuerwerke bis zur Klasse II zünden. Für alles andere braucht man eine Sprengstoffausbildung. Mit den Krachern der Tester ist schnell ein Arm abgesprengt.

Polizei machtlos

Wir waren nicht die einzigen Käufer: Zwei Dutzend heimische Autos parkten in Chinatown, die Kofferräume wurden bis obenhin mit Sprengstoff gefüllt. Die Polizei ist machtlos gegen den Schmuggel: Sie kontrollierten zwar stichprobenartig nach der Einreise, die ÖSTERREICH-Testkäufer kamen aber ohne Probleme nach Wien zurück.


oe24.at
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