Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

32 Vereine 3078 Unterschriften 2291 Vorfälle 581 Fortschritte

 

de10.04.2016 Feuerwerke nur mit Ausnahmgenehmigung

Zittau Eigentlich sind Feuerwerke übers Jahr verboten. Doch Ausnahmegenehmigungen machen es möglich, dass zu bestimmten Anlässen Pyrotechnik in die Luft gejagt werden darf.

Wer in Zittau ein Feuerwerk zünden will, braucht die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung, in der Ort, Art und Umfang sowie Beginn und Ende des Feuerwerks vermerkt sind, die Entfernungen zu besonders brandempfindlichen Gebäuden und Anlagen aufgeführt und Sicherungsmaßnahmen, insbesondere Absperrungen sowie sonstige Vorkehrungen zum Schutz der Nachbarschaft und der Allgemeinheit benannt werden.

Generell sei das Abbrennen von Pyrotechnik in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern verboten, so Grebasch. Die von der Stadt Zittau erteilten Genehmigungen würden zudem die Auflage beinhalten, dass die Nähe von brandempfindlichen Gebäuden, Gegenständen und Anlagen sowie von Menschen zu meiden sei.

Wegen schwieriger Wetterlagen musste die Stadt Zittau noch kein Feuerwerksverbot verhängen. "Für den Fall, dass es einmal dazu kommen sollte, wäre dies dann im Einzelfall zu prüfen. Dabei muss der Ort samt räumlichem Umfeld als auch die ausgerufenen Waldbrandgefahrenstufen berücksichtigt werden", erklärt der Stadtsprecher weiter. Einzubeziehen sei generell auch der Naturschutzgedanke.

"Das Naturschutzrecht sieht verschiedene Instrumente vor, um beispielsweise Vögel vor Störungen zu schützen. Diese müssen bei der Planung von Feuerwerken eingehalten werden", sagt er. So sei es nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, "europäische Vogelarten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören, sagt er. "Eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich dadurch der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert", zitiert Stadtsprecher Kai Grebasch den entsprechenden Passus des Gesetzes. Um sicherzustellen, dass ein geplantes Feuerwerk mit den Vorgaben des Naturschutzrechts vereinbar ist, sollten die Veranstalter frühzeitig mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Görlitz Kontakt aufnehmen.

Für die Beurteilung der naturschutzrechtlichen Zulässigkeit von entscheidender Bedeutung sind die Art des Feuerwerks, einschließlich der Reichweite der Effekte, aber auch der Zeitpunkt und der Ort des Geschehens und schließlich die Häufigkeit der Knaller. Die Experten beurteilen dann die Vereinbarkeit mit Brutzeit, Vogelzug, Rastgebieten und Abstand zu den Horsten. Im Ergebnis daraus kann die Untere Naturschutzbehörde Auflagen erteilen, den Veranstaltern zum Beispiel Schutzabstände zu Rastgebieten oder Einschränkungen bei der Art der Feuerwerkskörper auferlegen.

linklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklink