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de17.03.2017 Diskussion um Silvesterfeuerwerke

Umweltbeirat debattiert über zentrale Veranstaltung, die privates Böllern ersetzen soll

"Brot statt Böller" ist die Parole, mit der seit Jahrzehnten versucht wird, die Silvesterknallerei einzudämmen. Doch der Appell ans schlechte Gewissen hat bis heute nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Geböllert wird in der Silvesternacht mehr denn je, auch wenn man zuletzt nichts davon sehen konnte, weil der Nebel alles verhüllte.

Der Germeringer Umweltbeirat (UBR) hat nun einen neuen Ansatz diskutiert, der das Problem lösen könnte: Ein Silvesterfeuerwerk an einem zentralen Platz in Germering. Dafür soll die private Silvesterknallerei entfallen. Rudolf Lobensteiner hatte zur Vorbereitung eine kleine Bürgerumfrage veranstaltet. Heraus kam, dass die 15 von ihm befragten Bürger gerne ein Feuerwerk an sechs bis acht Plätzen in Germering hätten. Mühe haben offenbar Hundebesitzer mit ihren Tieren an Silvester, so Lobensteiner. Manche Hunde bekämen auch schon mal eine Beruhigungspille.

Raimund Ziereis vom Bund Naturschutz hielt nichts von diesem Vorschlag und führte den Olympiaberg in München an. Dadurch habe sich die Knallerei in der Stadt nicht verringert. Auch Johann Höckenreiner lehnte ein zentrales Feuerwerk ab. Er berichtete von der Kerschensteinerstraße, dass es dort bei der Knallerei "familiär" zugehe und der Spaß im Vordergrund stehe. Erwachsene zeigen ihren Kindern, wie man Raketen abschießt und wie Knaller gezündet werden. Höckenreiner findet die neuen Knall-Batterien sehr gut. "Die machen weniger Dreck." Er bekräftigte, dass der UBR dafür werben sollte, dass weniger geböllert wird.

Für Hildegard Schröpel vom Bund Naturschutz macht ein zentrales Feuerwerk nur dann Sinn, wenn dadurch die Feinstaubbelastung gesenkt würde. Für Monika Greczmiel gibt es in Germering keinen attraktiven Ort für ein Feuerwerk. Sie befürchtete außerdem Alkoholfahrten, um zu diesem Platz zu kommen. Der Beiratsvorsitzende Herbert Krause outete sich ebenfalls als Silvesterfeuerwerker: "Ich habe dieses Jahr eine 100-Schuss-Batterie für acht Euro gekauft." Zu einem zentralen Platz zu gehen, darauf habe er keine Lust. Schließlich verständigte man sich im UBR darauf, dass Schriftführer Christian Heyne das Umweltbundesamt anschreibt, um möglicherweise Vorschläge von dort zu bekommen, wie man mit der Silvesterknallerei umgehen soll. Marion Willer stellte das Böllerzünden grundsätzlich in Frage. "Väter schießen Kindern Raketen um die Ohren und Kinder atmen den Dreck ein." Willer überzeugt: "Da werden aus Spaß Dinge in die Luft gejagt, die eindeutig umweltschädlich sind." Im Herbst will das Gremium das Thema dann noch einmal aufgreifen.


Karl-Wilhelm Götte
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