Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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de03.01.2018 Muss privates Silvester-Feuerwerk verboten werden?

Wenige Tage vor Silvester startet im Einzelhandel der Verkauf von Böllern, Raketen, Vulkanen und Co. - manche geben hunderte Euro für das Leucht-Spektakel aus.

Und immer wieder werden kritische Stimmen laut: Muss das denn sein, dass Jahr für Jahr diese irren Summen im wahrsten Sinne des Wortes "verbrannt" werden? Viele werden sich noch an die Kampagne "Brot statt Böller" erinnern, die vor allem in den Neunziger Jahren öffentlichkeitswirksam dazu aufgerufen hat, das Geld lieber für hungernde Menschen zu spenden, als es in Feuerwerk zu investieren. Außerdem werden in nur einer Nacht knapp 5000 Tonnen Feinstaub in die Luft geblasen - was für eine Luftverschmutzung!

Nun diskutiert Deutschland erneut: Muss man das private Feuerwerk zum Jahreswechsel verbieten? Gründe dafür gibt es viele:

Verletzungsgefahr und tödliche Unfälle

Ganz klar: Böller und Raketen sind Sprengstoff und deswegen gefährlich. Immer wieder landen in der Silvesternacht zahlreiche meist junge Männer im Krankenhaus, weil sie unsachgemäß mit Feuerwerk hantiert haben. Und: Beim Jahreswechsel 2018 starben sogar zwei Männer an den Folgen ihrer Verletzungen. Einer von ihnen hatte seinen Sprengkörper selber gebaut.

Haustiere in Angst

Seit Jahren kursieren in den Sozialen Netzwerken in den Tagen vor Silvester Aufrufe, doch bitte an die Hunde, Katzen und anderen Haustiere in der Nachbarschaft zu denken und auf Feuerwerk weitestgehend zu verzichten. Der Grund: Die Vierbeiner bekommen durch die Knallerei teilweise tierische Angst, immer wieder ist bei Facebook und Co. von Hunden zu lesen, die beim Gassigehen in Panik weggelaufen sind, weil sie sich vor einem Böller erschrocken haben. Und auch Wildtiere in Wäldern und Wiesen leiden Angst. Julia Herklotz vom Tierschutz Lübeck: „Ich plädiere dafür, den Privatkauf von Feuerwerk zu verbieten.“

Dreck und Feinstaub

Das Bild an Neujahr ist immer das Gleiche: Am Tag nach dem großen Feuerwerk kommt der große Dreck zum Vorschein. Papierfetzen und Sprengstoffreste, Raketenstöcke und leere Vulkane verdrecken unsere Innenstädte. Und dazu kommt noch der Dreck in der Luft: "In einer einzigen Nacht werden 17 Prozent der Menge an Feinstaub ausgestoßen, die der Straßenverkehr in einem Jahr verursacht," kritisiert etwa der Naturschutzbund BUND.

Alles gute Gründe, das private Feuerwerk zu verbieten. Fans der Pyrotechnik merken allerdings an, dass das Lichter-Spektakel nicht nur wunderschön ist, sondern auch Tradition. Sie wollen sich die Knallerei nicht verbieten lassen und auch beim nächsten Jahreswechsel wieder Raketen und Heuler in die Luft jagen.

Die folgende Umfrage ergab eine deutliche Mehrheit für ein Verbot privater Feuerwerke.
umfrageergebnis

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