Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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at17.02.2018 Atmen ist wichtiger als böllern

Mein Hauptargument gegen die Böllerei ist ein persönliches Erlebnis. Es war Anfang der 90er-Jahre, ich fuhr mit dem Taxi durch Kreuzberg, als eine Gruppe junger Leute das Auto mit Böllern bewarf. Sie explodierten auf, unter und neben dem Fahrzeug. Draußen standen die Leute und lachten, aber ich hatte einfach nur Angst. Ja, auch ich mag schöne Feuerwerksbilder am Himmel – aber die gibt es in Berlin das ganze Jahr über, von den Maientagen in der Neuköllner Hasenheide bis zum "Wannsee in Flammen" im September. Zu Silvester fliehe ich aufs Land.

Das wichtigste Argument gegen die Böllerei geht aber uns alle an: die Luft. Wer ernsthaft über Fahrverbote für Autos redet, wer für Radwege Parkplätze abschafft, wer vielleicht sogar durch kostenlosen ÖPNV dazu animiert, das Auto abzuschaffen, der meint es mit der Luftverbesserung ernst. Und sollte auch ernst nehmen, wovor das Umweltbundesamt regelmäßig warnt: Niemals im Jahr ist die Feinstaubbelastung so hoch wie an Silvester. Jedes Jahr jagen die Deutschen Feuerwerk für 100 und 200 Millionen Euro in die Luft, setzen dabei 5000 Tonnen Feinstaub frei – etwa 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Menge. Wer Fahrverbote ausspricht, sollte auch Feuerwerk verbieten. Atmen ist wichtiger als böllern.


Uta Keseling
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