Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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at01.02.2018 Stellungnahme der Tierärzte zu Feuerwerk und Böllern

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, sehr geehrter Herr Bürgermeister,
für das Abschießen von Raketen und Böllern bedarf es nach dem Pyrotechnikgesetz Ihre Genehmigung. Die damit verbundene Lärm-, Licht- und Schadstoffbelastung gefährdet nicht nur die Gesundheit von Menschen, sie stellt für alle Tierarten eine massive Belastung dar. Insbesondere Wildtiere sind diesen traumatisierenden Einwirkungen schutzlos ausgeliefert, dies wurde und wird jedoch von vielen Mitbürger(innen) nicht bemerkt und bedacht.
Wir dürfen daher in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam machen: Das Verbot der Tierquälerei ist im § 5 des österreichischen Bundestierschutzgesetzes geregelt: „Es ist verboten, einem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen oder es in schwere Angst zu versetzen.“ Diese Grundsatzbestimmung gilt für alle Tiere, also für Heim-, Nutz- und Wildtiere. Dass Feuerwerke den Tatbestand des „Versetzens in schwere Angst“ erfüllen, dürfte auch für jeden Laien verständlich sein. Viele Tiere reagieren mit Panik, weitere körperliche Verletzungen sind die Folge.
Während ein schweres Gewitter mit Blitz und Donner als höhere Gewalt und unvermeidbar zu akzeptieren ist, stellen Feuerwerke eine reine Belustigung und Unterhaltung dar. Damit ist die Rechtfertigung des Vergnügens gegenüber den Belastungen und möglichen Schäden im Sinne einer Güterabwägung nicht zu argumentieren. Insbesondere für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung.
Die Tiere können sich selber kein Gehör verschaffen, deshalb wenden sich die Tierärztinnen und Tierärzte in ihrem beruflichen Selbstverständnis als Anwälte der Tiere an Sie. Wir schlagen einige Punkte vor, um in Zukunft schwere Angstzustände für Heim-, Nutz- und Wildtiere durch Pyrotechnik-Einsatz zu vermeiden:
Keine Ausnahmegenehmigungen für private Personen für das Abschießen von Feuerwerken und Böllern nach dem Pyrotechnikgesetz
Strikte Einschränkungen für gemeinschaftliche Veranstaltungen
Richtlinien im Rahmen der Initiative des Umweltverbandes „ghörig feschta – nachhaltig veranstalten“ um den Bereich Licht- und Lärmbelastung zu ergänzen
Wir bedanken uns sehr herzlich für Ihre Unterstützung und Ihr Verständnis, sowie für jeden einzelnen Umsetzungsschritt.

Dr. Marlene Kirchner (Tierschutzombudsfrau),
Dr. Hannes Kohler (Tierärztekammer Vorarlberg),
Dr. Norbert Greber (Landesveterinär)

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