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de15.03.2018 Silvesterböllerei braucht Regeln

Die Besucher der Festmeile am Brandenburger Tor haben sich daran gewöhnt, das neue Jahr ohne eigene Raketen und Kracher zu begrüßen. Alles Spaßbremsen? Es ginge dort schlichtweg nicht anders. Nun sollte ernsthaft und unvoreingenommen geprüft werden, was in der dicht besiedelten Innenstadt in Sachen Böllerei noch geht. Und was Verwaltung und Sicherheitskräfte realistisch durchsetzen und kontrollieren können. Einschränkungen, die ins Leere laufen, weil die Polizei in jener Ausnahmenacht Verstöße nicht verfolgen und ahnden kann, nützen nichts, geben die Verantwortlichen nur der Lächerlichkeit preis. Aber nichts zu tun mit dem reflexhaften Verweis, es lasse sich ja ohnehin nicht kontrollieren, ist zu wenig. Die Debatte muss eröffnet werden.

Wer noch vor wenigen Jahren in Berlin eine Einschränkung des Rechts auf unbeschränkte Knallerei in der Silvesternacht forderte, konnte sicher sein, dafür von einer großen Mehrheit heftig kritisiert und in die Schublade "moralinsaure Spaßbremse" gesteckt zu werden. Das hat sich inzwischen geändert. Immer mehr Menschen verdirbt es die Feierlaune, auf der Straße in bürgerkriegsähnliche Zustände zu geraten, als menschliche Zielscheibe herzuhalten, um körperliche Unversehrtheit oder zumindest intakte Kleidung bangen zu müssen. Andere haben schlicht Angst. Es ist also verständlich, wenn sich Politiker, wie jetzt SPD-Abgeordnete, Gedanken darüber machen, wie man die Silvesterböllerei einschränken und in geordnete Bahnen lenken könnte. Und es ist grundsätzlich zu begrüßen. Nun mögen viele einwenden: Nur weil ein paar gedankenlose Nachbarn gezielt Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungssanitäter und Passanten beschießen, soll man einer gesamten Stadtgesellschaft das Knallen verbieten? Denen sei gesagt: Ein völliges Verbot fordern die SPD-Politiker nicht. Und kommt zum Beispiel jemand auf die Idee, das Tempolimit auf Stadtstraßen abzuschaffen, obwohl die Raser auch nur eine Minderheit sind? Die Besucher der Festmeile am Brandenburger Tor haben sich daran gewöhnt, das neue Jahr ohne eigene Raketen und Kracher zu begrüßen. Alles Spaßbremsen? Es ginge dort schlichtweg nicht anders. Nun sollte ernsthaft und unvoreingenommen geprüft werden, was in der dicht besiedelten Innenstadt in Sachen Böllerei noch geht. Und was Verwaltung und Sicherheitskräfte realistisch durchsetzen und kontrollieren können. Einschränkungen, die ins Leere laufen, weil die Polizei in jener Ausnahmenacht Verstöße nicht verfolgen und ahnden kann, nützen nichts, geben die Verantwortlichen nur der Lächerlichkeit preis. Aber nichts zu tun mit dem reflexhaften Verweis, es lasse sich ja ohnehin nicht kontrollieren, ist zu wenig. Die Debatte muss eröffnet werden.


Andreas Abel
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