Pyrotechnik ist kein Spielzeug

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de03.08.2018 Hitzewelle: Selbst Feuerwerk-Profis scheuen derzeit das Risiko

Feuerwerke dürfen derzeit wegen der immensen Waldbrandgefahr nicht abgebrannt werden. "Wir haben Kunden, die haben schon im Frühling für Hochzeiten oder Geburtstage ein FeuerwerkPromotion: zum Amazon-Shop bestellt. Aber die Genehmigung wird widerrufen, wenn die Gefahr zu groß ist", erklärt hierzu der Pyrotechniker René Jung.

"Die Gefahr ist einfach zu groß"

Als Profi hat er eigentlich eine Generalgenehmigung. Jung müsste die Feuerwerke nur im Vorfeld bei den Kommunen melden. Allerdings enthält die Generalvollmacht, die er von der Gewerbeaufsicht in Coburg hat, den Passus, dass er selbst die Gefahrenlage abschätzen muss.

"Wenn es nicht regnet, ist die Gefahr einfach zu groß. Wir können kein Risiko eingehen. Momentan ist fast nirgendwo in der Region ein Feuerwerk möglich", sagt Jung und erklärt, dass Raketen aller Art derzeit leicht ein Feuer auslösen könnten.

Höchste Gefahrenstufe

"Wir sind zwar bis 50 Millionen Euro abgesichert, aber die Versicherung würde bei grober Fahrlässigkeit nicht greifen. Wir können kein Risiko eingehen", bittet Jung um Verständnis.
In wenigen Tagen ist ein Feuerwerk in Wartenfels geplant. Doch ob das stattfinden kann, ist mehr als fraglich. "Wir haben aktuell Waldbrandgefahrenstufe 5, das ist die höchste. Ein kleiner Funken genügt, um ein Riesen-Feuer auszulösen. Alles ist so trocken - das muss einfach jeder verstehen", sagt Frank Wunner von der Gemeindeverwaltung.

Private Feuerwerke, die im Vorfeld bei der Kommune genehmigt werden müssen, würden generell abgelehnt. Bei Profifeuerwerkern werde die Gemeinde nur gehört. "Wenn ein kleiner Wind aufkommt, kriegt das keiner mehr in den Griff. Wir können jetzt nicht noch künstliche Gefahrenquellen schaffen", so Wunner.

Auch in Stadtsteinach werden Feuerwerke aktuell nicht genehmigt. "Die letzten waren am 2. und 16. Juni. In nächster Zeit sind keine mehr gemeldet", sagt Kerstin Linß von der Gemeindeverwaltung. "Wir haben in den Genehmigungen immer den Hinweis, dass Feuerwerke bei langanhaltender Hitze nicht abgebrannt werden dürfen."

Nicht nur vor der Steinachtalhalle, wo regelmäßig Hochzeiten und andere Festivitäten stattfinden, werden Feuerwerke abgebrannt, auch an der Festscheune war vor Kurzem eines geplant. "Wir haben dann die Antragsteller darauf hingewiesen, dass sie nur genehmigungsfreie Feuerwerkskörper verwenden sollten", so Linß. Übrigens werden in Stadtsteinach auch Reisigfeuer wegen der aktuellen Gefahrenlage abgelehnt.

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