Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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un30.12.2008 20 Euro für eine Granate

Die Zeitschrift ÖSTERREICH begleitete den Spreng-Experten Armin Zotter bei einer Test-Sprengung des sog. "Donnerballs".

Zuerst raucht es nur. Dann geht die Kugelbombe in die Luft – mit einem lauten Knall von 150 Dezibel. Zum Vergleich: Ein Flugzeugmotor kommt auf 120 Dezibel. Armin Zotter, Sprengmeister und Gerichts-Sachverständiger, zündete für ÖSTERREICH den Böller auf einem abgesperrten Testgelände mit Zustimmung des Grundeigentümers. 17-jährige Jugendliche haben das Knaller-Produkt bei einem Testkauf in „China-Town“ an der tschechischen Grenze problemlos um 20 Euro erstanden.

Wie eine Granate

Das Ergebnis: Der „Donnerball“ ist lebensgefährlich. Er explodiert wie eine Granate: Die für Testzwecke daneben platzierte Melone liegt nach der Explosion im Umkreis von 20 m in kleine Einzelteile zerfetzt. „So würde auch ein Kopf eines Kindes aussehen“, merkt Zotter an. Der Inhalt von 327 g Sprengmaterial übersteigt die in Österreich zugelassene Menge von 50 g fast um das Siebenfache. Detoniert die Bombe in der Hand, ist der halbe Unterarm weg. „Das gehört eindeutig nicht in die Hände von Kindern.“ In Österreich wäre dieses Produkt nur Fachleuten zugänglich, wenn sie eine Genehmigung für ein Großfeuerwerk haben. Zotter empfiehlt, Raketen in Pyrotechnik-Geschäften in Österreich zu kaufen. „Sie sind zwar treuer, aber danach hat man noch alle zehn Finger.“

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