Pyrotechnik ist kein Spielzeug

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de22.09.2018 Ärger um Kalkarer Feuerwerk-Spektakel

In den Ortschaften Wissel und Hönnepel war man schon im vergangenen Jahr alles andere als angetan von dem Radau:

Im "Wunderland Kalkar" liefen gestern die Vorbereitungen auf Hochtouren. In einer Pressemitteilung heißt es, dass heute die „größte Feuerwerkshow Nordeuropas“ organisiert wird.

Ordnungsamtsleiter Andreas Stechling machte am Donnerstagabend die Kalkarer Politik darauf aufmerksam, dass mehrere Beschwerden bei der Stadt angegangen seien. Die Anwohner hätten von „kriegsähnlichen Zuständen“ berichtet. So habe es einen Wettbewerb mit lauten Knalleffekten gegeben. Dieser Wettbewerb wurde jetzt untersagt. Die Bürger führten ferner an, dass Vögel und andere Tiere erschreckt werden – und die Lärmbelästigung unerträglich sei.

Das Ordnungsamt Kalkar könne die Veranstaltung nicht verbieten, machte Stechling klar. Das Organisieren eines gewerblichen Feuerwerks falle unter die freie Berufsausübung. Als Stadt sei man auch nicht für die Genehmigung zuständig. Gleichwohl werden heute die Bezirksregierung, die Polizei und Feuerwehr vor Ort sein.

Rechtliche Schritte angekündigt

Grünen Ratsherr Willibald Kunisch sieht die Knallerei ebenfalls kritisch: „In den Niederlanden sind diese Art der Veranstaltungen längst verboten. Mich haben mehrere Anwohner angesprochen und ich weiß von Landwirten, dass dieses dauerhafte Feuerwerk der pure Stress für die Tiere ist.“

Einer der Anwohner ist Professor Herbert Hockauf. Er wohnt in Wissel und besitzt 24 Tiere, darunter Schafe und Ziegen: „Ich möchte den Leuten nichts Böses und ich gönne ihnen auch den Spaß. Aber im vergangen Jahr hat das Ganze neun Stunden gedauert. Unsere Tiere sind völlig panisch in die Zäune gerannt. Auch bei Landwirten in der Nachbarschaft sind Kühe vor Schreck in den Stacheldraht gelaufen“, erzählt er.

Er hat bereits seinen Anwalt beauftragt, gegen die nächste Veranstaltung auch juristisch vorzugehen. So ein Feuerwerkspektakel in der Nähe eines Naturschutzgebietes sei nicht in Ordnung, meint Hockauf.

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