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de11.10.2016 Tödliche Sprengung: Amtsgericht verurteilt zwei Männer zu Bewährungsstrafen

AHAUS/SCHÖPPINGEN Weihnachten 2015: Drei Männer wollen einen sogenannten Polen-Böller ausprobieren. Nur zum Spaß. Sie stecken ihn in einen Kondomautomaten und zünden ihn an. Die Explosion reißt den Automaten komplett auseinander. Als der Rauch sich legt, ist einer der drei tot. Ein Metallteil hat ihn am Kopf getroffen. Am Dienstag standen die zwei Überlebenden vor dem Ahauser Amtsgericht.

Das Gericht verhängte schließlich Bewährungsstrafen: 18 Monate für den 28-jährigen Schöppinger, der als Haupttäter gilt. Er muss zusätzlich 150 Sozialstunden leisten. Der andere Angeklagte wurde zu neun Monaten und einer Geldauflage von 2000 Euro verurteilt, weil er nicht unmittelbar beteiligt war. Er hatte am Steuer des Autos gesessen und die Sprengung gefilmt.

Am Ende hätten sie noch immenses Glück im Unglück gehabt, weil keine Unbeteiligten zufällig an dem Automaten vorbeikamen und verletzt wurden. Dann hätte die Anklage auf Gefährdung von Personen gelautet - mit einem entsprechend höheren Strafmaß. So jedoch war das Opfer gleichzeitig Täter: "Der Mann, der ums Leben gekommen ist, war an der Tat selbst maßgeblich beteiligt", erklärte Vieth. Dennoch sei dieses extrem gefährliche und ignorante Verhalten strafverschärfend gewertet worden.

Gleichzeitig seien die beiden Männer schon gestraft genug. Ein Punkt, den das Gericht strafmildernd wertete: Einer der Überlebenden ist der Bruder, der andere der beste Freund des Toten.



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