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de04.01.2017 Druckwelle einer Böller-Explosion bringt Lunge und Darm zum Platzen

Bennungen - Der Böller muss eine enorme Sprengkraft gehabt haben. Wie die Polizei am Montag bestätigte, ist ein 27-Jähriger in der Neujahrsnacht im Südharzer Ortsteil Bennungen durch einen Silvesterknaller weitaus schwerer verletzt worden, als zunächst bekannt wurde.

Böller explodiert in der Hand des 27-Jährigen

Nach MZ-Informationen hatte der Mann gegen 0.30 Uhr einen auf die Halle-Kasseler-Straße geworfenen Knallkörper aufgehoben, der nicht gezündet hatte. Dabei explodierte der Böller. Der 27-Jährige soll in der Nacht mit seiner Frau, deren Schwester und deren Freund unterwegs gewesen sein.
Dem Mann wurden bei der Explosion die komplette linke Hand abgerissen sowie von der rechten Hand zwei Finger. Außerdem sei er im Gesicht schwer verletzt worden. „Zudem sind durch die enorme Druckwelle der Explosion seine Lunge und sein Darm geplatzt“, sagte Polizeisprecher Gunnar Graßmann. Der 27-Jährige wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht und sofort notoperiert. Er wird in der Uniklinik in Halle-Kröllwitz behandelt. Die Ärzte haben ihn in ein künstliches Koma versetzt, um dem Körper mehr Kraft für die Heilung zu geben.
Bei der Explosion ist laut Polizeiangaben auch der zweite Mann aus der Gruppe verletzt worden. Er musste sich demnach im Südharz-Klinikum in Nordhausen behandeln lassen. Er konnte das Krankenhaus aber bereits kurze Zeit später wieder verlassen.

Polizei ermittelt wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz

Die Polizei versucht nun zu ermitteln, um was für einen Böller es sich in dem dramatischen Fall gehandelt hat. „Möglicherweise war es ein verbotener und illegal nach Deutschland eingeführter Knaller“, sagte Graßmann. Ermittelt werde wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz, wie es im Amtsdeutsch heißt.
Die im Volksmund „Polen-Böller“ genannten illegalen Kracher entsprechen nicht deutschen Sicherheitsstandards. Laut Experten besteht die Gefahr von Fehlzündungen. Außerdem haben sie eine wesentlich höhere Sprengkraft als die Feuerwerkskörper, die in Deutschland in der Zeit vom 29. bis 31. Dezember offiziell verkauft werden dürfen.
Die Polizei will sich an Spekulationen über die Herkunft des Feuerwerkskörpers aber nicht beteiligen: „Wir stehen da noch ganz am Anfang der Ermittlungen“, sagte Graßmann. Die Zeugen, die den Vorfall in Bennungen miterlebt haben, müssten alle noch gehört werden.
Generell habe der 27-Jährige trotz seiner schweren Verletzungen aber noch großes Glück gehabt. Eine Ärztin sei zufällig vor Ort gewesen. Sie und andere Ersthelfer hätten schnell und umsichtig reagiert und seine Wunden abgebunden, so dass der Mann nicht auf der Straße verblutete.



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