Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

32 Vereine 3080 Unterschriften 2291 Vorfälle 581 Fortschritte

 

de30.01.2017 Jugendliche fackeln Auto mit Böllern ab

Dietzenbach Wie immer parkt Frank Knoblauch seinen Mercedes in der Garage seines Hauses an der Rosa-Luxemburg-Straße. Er ahnt nicht, dass Jugendliche wenige Sekunden vorher einen Böller in den linken vorderen Radkasten gesteckt haben. Er setzt zurück, steigt aus und will im Garten noch schnell eine Lichterkette abhängen. „Das hat mich gerettet“, sagt Knoblauch. „Hätte ich das nicht getan, säßen wir jetzt vielleicht nicht mehr hier.“

Denn im Radkasten schwelt der Feuerwerkskörper vor sich hin und setzt Plastikteile in Brand. Langsam fressen sich die Flammen durch bis in den Motorraum. Als Knoblauch den Brandgeruch registriert, lodern die Flammen schon hoch aus dem Motorraum. „Ich war furchtbar erschreckt, habe aber ganz instinktiv den Wagen gestartet und schnell aus der Garage gefahren. Sonst wäre hier das ganze Haus abgebrannt.“ Er rennt in die Küche, schnappt sich einen Eimer mit Wasser, öffnet die Motorhaube und versucht den Brand zu löschen. Seine Frau ruft unterdessen die Feuerwehr. „Dass da was hätte explodieren können habe ich komplett ausgeklammert“, sagt er.
Knoblauch hält mit seinem Einsatz den Brand unter Kontrolle. „Ich habe immer abwechselnd in den Radkasten und in den Motorraum geschüttet. „Aber es hat immer weiter gebrannt.“ Als die Feuerwehr endlich eintrifft, löschen die nochmal mit dem großen Schlauch nach, um mögliche Glutnester zu beseitigen.

Aus dem 50.000-Euro Mercedes ist binnen Minuten eine qualmende nasse, Blech-Ruine geworden. Schnell ist klar: Der Schaden ist enorm. Allein 6.000 Euro kostet die Reparatur der Schäden. Ein Brandgutachter stellt fest: Das Feuer wurde durch einen sprühenden Feuerwerkskörper im Radkasten ausgelöst. Die Polizei befragt noch vor Ort spielende Kinder, die von einer gegenüberliegenden Wiese das Geschehen beobachtet haben. Sie geben den Hinweis auf eine Gruppe Jugendliche, die zündelnd durch die Straße gezogen sind.

Andrea Ackermann vom Polizeipräsidium Südosthessen hofft, die Sache aufzuklären: „Das ist kein Delikt, das man auf die leichte Schulter nehmen darf.“ Wer Böller absichtlich so platziere, könne sich nicht mit einem Streich rausreden. Ackermann appelliert an die Jugendlichen: „Besser wäre es natürlich, wenn sich die Täter selbst stellen würden, damit der Schaden reguliert werden kann.“

Parallel ermittelt das K11, das für Waffen, Sprengstoff und Brände zuständig ist. „Unsere Ermittler gehen den Spuren nach. Es gibt auch Zeugenaussagen.“ Um die Ermittlungen zu unterstützen hat Frank Knoblauch jetzt 150 Euro Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen ausgesetzt. „Sonst machen die das beim nächsten Auto genauso. Und dann bleibt es vielleicht nicht beim Blechschaden.“ Hinweise an die Polizei unter 069 80981234.



linklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklink