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un02.03.2017 Bienensterben per Böllerschuss

Es war eine Entdeckung, die einen leidenschaftlichen Imker wie Mich Collette mitten ins Herz treffen muss: Als der 72-Jährige Anfang Februar einem Begleiter das Bienenhotel an der Station des Mertziger Themenwegs an der Rue de Michelbouch zeigen will, ist das gesamte Bienenvolk tot – vernichtet durch einen Knallkörper, den Unbekannte wohl in der Zeit um den Jahreswechsel durch das Flugloch ins Innere des Schaukastens geschoben hatten.

"Was haben solche Menschen im Kopf?"

„Zwischen den Zigtausenden Bienen, die mehrere Zentimeter hoch am Boden lagen, fanden sich noch Fetzen, die ganz klar von einem Böller stammen. Durch den Knall und den Schwefel wurde das gesamte Volk getötet. Man muss sich wirklich fragen, was – oder besser – wie wenig solche Vandalen im Kopf haben“, sagt Mich Collette, während er mit Ärger und Betroffenheit zeigt, wo die Täter das Vorhängeschloss an dem Schaukasten aufgebrochen hatten.

Seit etwa zwei Jahren ist das Bienenhotel nun schon Bestandteil des Mertziger Themenwegs, einem lokalen Wandelpfad, der zum Entdecken und Erholen einladen soll. An der Station an der Straße nach Michelbouch konnten die Besucher dabei auch einen Blick ins Innere eines alten Baumstamms werfen, um die Bienen hier durch ein Schauglas hindurch bei ihrer Arbeit an den Naturwaben zu beobachten.

Als erfahrener Imker hat Mich Collette sich um das Wohlergehen der Tiere gekümmert. Umso größer sind nun sein Ärger über die mutwillige Zerstörung vor Ort und sein Wunsch, dass man die Täter fassen und zur Rechenschaft ziehen möge: „Die Imker haben angesichts des Phänomens Bienensterben schon genug Probleme, die es nicht einfacher machen, junge Menschen für die Bienenhaltung zu gewinnen. Vandalen braucht es da nicht auch noch.“

Gemeinde setzt Belohnung aus

Die Gemeinde Mertzig hat mittlerweile denn auch über die sozialen Medien einen Aufruf zur Mithilfe an die Bevölkerung lanciert und dabei auch eine Belohnung von 750 Euro für denjenigen in Aussicht gestellt, der mit sachdienlichen Hinweisen zum Ergreifen des oder der Vandalen beitragen kann.

Sämtliche Informationen werden natürlich streng vertraulich behandelt. „Vor anderthalb Jahren hatten wir bereits einmal eine unrühmliche Serie mutwilliger Sachbeschädigung, bei denen aber die Täter ausfindig gemacht und angezeigt werden konnten. Vandalenakte auffälligeren Ausmaßes hatten wir seither in Mertzig zum Glück aber nicht“, erklärt Bürgermeister Claude Staudt.

Ob die Tätersuche auch diesmal von Erfolg gekrönt sein wird, bleibt abzuwarten.

Dass sie nicht von vornherein aussichtslos sein muss, zeigte sich allerdings noch vor wenigen Wochen als am Bezirksgericht in Diekirch fünf Männer verurteilt wurden, die Anfang 2016 in mehreren Ortschaften rund um den Stausee mit Böllern für erhebliche Schäden an Briefkästen, Telefonkabinen und Mülleimern gesorgt hatten. Auch sie waren der Polizei dank Hinweisen aus der Bevölkerung ins Netz gegangen.

Wer Angaben zur Ergreifung des oder der Täter liefern kann, ist gebeten, sich bei der Gemeinde (Tel. 83 82 44-200) bzw. der Polizei in Heiderscheid (Tel. 24 48-52 00 zu melden.



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