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de24.08.2017 Illegale Böller im Schrank gebunkert. 7-jähriger sprengt sich den Finger weg

Weil Daniel H. (33) verbotene Böller sammelte, wurden seinem Sohn mehrere
Finger abgefetzt.
Weil Daniel H. (33) verbotene Böller sammelte, wurden seinem Sohn mehrere Finger abgefetzt.

Kamenz
- „Er hat sich nicht belehren lassen“, sagte Richter Thomas Kranke (52) am Mittwoch im Amtsgericht Kamenz über Daniel H. (33). Obwohl der Koch bereits wegen verbotener Tschechen-Böller vorbestraft ist, konnte er nicht von den gefährlichen Knallern lassen. Das hatte fatale Folgen für seine beiden Söhne.

8.22 Uhr erschütterte ein Knall den Morgen des 1. Juli 2016: Nachdem Daniel H. bereits zur Arbeit gefahren war, durchstöberten seine Zwillingssöhne (beide 7) das Schlafzimmer. Die Großeltern, die im Stockwerk darunter leben, bekamen davon nichts mit. Bis die beiden auf dem Kleiderschrank eine Kiste mit Feuerwerkskörpern fanden. Einer der Jungs zündete einen Knaller - und das Drama nahm seinen Lauf.

Von Daumen, Zeige- und Ringfinger der linken Hand waren die Spitzen nicht mehr zu retten, der Mittelfinger musste über dem Gelenk amputiert werden. Beide Jungs leiden heute noch unter den psychischen Nachwirkungen des Geschehens.

Der LKA-Gutachter ist sich sicher: „Mit einem zugelassenen Böller kommen solche Verletzungen nicht zustande.“ In der Kiste wurden darüber hinaus zwei verbotene „Crazy Robots“ gefunden. Über seine Anwältin räumte der Vater ein, seine Söhne mit dem Teufelszeug allein gelassen zu haben, alles Überreste von Silvester.

Doch Daniel H. hätte es eigentlich besser wissen müssen: Weil in seiner Wohnung im Dezember 32 verbotene Böller, in seinem Auto nochmal 17 davon gefunden wurden, bekam er erst im Oktober 2015 eine Geldstrafe aufgebrummt.

Nun kam er mit sechs Monaten Haft auf Bewährung davon. Zumindest einer seiner Söhne ist aber sein Leben lang gestraft.


Eric Hofmann

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