Pyrotechnik ist kein Spielzeug

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de18.11.2017 Hörsturz nach Feuerwerk-Unglück

Die Zeugenvernehmung hatte kaum begonnen, da bat die Frau aus Oer-Erkenschwick bereits die Richterin, doch bitte lauter in das Mikrofon zu sprechen. „Ich höre seit dem Vorfall wirklich sehr schlecht und es ist bis heute nicht besser geworden“, sagte die Zeugin.

Die dramatischen Szenen durch eine umgekippte Raketenbatterie vor dem Wellnesshotel in Datteln hat die 67-Jährige immer noch in Erinnerung. Sie und ihre Freunde hatten damals draußen an Sekt-Theke gestanden, als urplötzlich ein gewaltiger Knall ertönte sei. Die Zeugin: „Ich habe erst gedacht, das war eine Bombenexplosion. So extrem war das.“

Diagnose Hörsturz und Lärmtrauma

Äußerlich habe die 67-Jährige keine Verletzungen an sich feststellen können, tags darauf überkamen sie schlimme Taubheitsgefühle. „Das war so ein Gefühl, als sei nur noch Watte um mich herum gewesen.“ Ein Arzt diagnostizierte später einen beidseitigen Hörsturz plus ein so genanntes Lärmtrauma. Doch selbst mehrere Infusionen brachten letztlich nur minimale Besserung. Die Zeugin: „Auch heute ist es noch sehr unangenehm.“

Bei dem Unglück vom 1. Januar 2016 erlitten zahlreiche weitere Personen Verletzungen. Einem Hotelangestellten musste sogar ein Unterschenkel amputiert werden. Der angeklagte Gastronom hat im Prozess vor der 11. Strafkammer am Bochumer Landgericht bereits zugegeben, damals kurz nach dem offiziellen Hotel-Feuerwerk eine eigene Raketenbatterie gezündet zu haben.

Laut Anklage war die „Unglücksbatterie“ jedoch allein für Großfeuerwerk und in Deutschland auch nicht zugelassen. Der Angeklagte hatte berichtet, dass er den Raketen-Karton kurz zuvor von einem Vertreter in seinem Lokal gegen vier Pizzas eingetauscht habe.



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