Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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de02.01.2019 Mehr als 400 Brände zu Silvester in Berlin

Die Berliner Feuerwehr ist zum Jahreswechsel zu mehr als tausend Einsätzen ausgerückt. In Neukölln, Mitte und Charlottenburg wurden acht Personen verletzt.

Die Silvesternacht stellt in jedem Jahr eine besondere Herausforderung für die Berliner Feuerwehr dar. Einsatzzahlen, die sonst über den gesamten Tag verteilt gefahren werden, müssen dann binnen weniger Stunden bewältigt werden. Um 18.05 Uhr wurde am Montagabend daher auch der planmäßige "Ausnahmezustand Silvester" ausgerufen, das heißt, die Einsatzwagen wurden ab diesen Zeitpunkt nach Priorität und nicht mehr nach Eingang des Notrufs rausgeschickt.

Am heftigsten war die Einsatzlage zwischen Mitternacht und drei Uhr: Zu ganzen 698 Einsätzen musste die Feuerwehr ausrücken - davon 264 Brände. 417 Mal waren es Rettungseinsätze. Insgesamt fuhren die Feuerwehrleute zwischen 19.00 Uhr am Montag und 6.00 Uhr früh am Dienstag 1385 Einsätze mit 432 Bränden und 894 Rettungsfahrten. Die Einsatzzahlen sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, als die Feuerwehr in der Silvesternacht 1580 Mal ausrücken musste. Größere Brände gab es in Mitte, Neukölln und Kreuzberg.

Hochhausbrand in Mitte

Um 16.34 Uhr am Silvestertag wurde die Feuerwehr zu einem 13-geschossigen Hochhaus in der Leipziger Straße 55 in Mitte gerufen, nachdem Feuer in einer Küche im achten Stock des 13-stöckigen Wohnhauses ausgebrochen war, wie ein Sprecher der Feuerwehr berichtete. Bei Eintreffen der Rettungskräfte sei die gesamte Etage verqualmt gewesen, die Mieter waren in ihren Wohnungen eingeschlossen. Drei Bewohner sowie ihr Hund konnten dem Sprecher zufolge gerettet werden, eine Frau wurde nach der Untersuchung durch den Notarzt mit einer Rauchvergiftung in ein Krankenhaus gebracht.

Der Brand löste einen Großeinsatz der Feuerwehr aus, zwischenzeitlich war die Feuerwehr mit 87 Einsatzkräften vor Ort.

Drehleitereinsatz in Neukölln

Später am Abend brannte eine Wohnung im zweiten Stock eines siebengeschossigen Mehrfamilienhauses in der Neuköllner Reuterstraße. In der Brandwohnung befanden sich zwar keine Menschen, acht weitere Personen mussten aber über eine Drehleiter gerettet werden, darunter drei Kinder. Die Kinder und zwei weitere Personen wurden zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser gebracht. Das Feuer wurde vermutlich durch Feuerwerkskörper ausgelöst.

Brennende Möbel in Kreuzberg und Charlottenburg

In Kreuzberg brannte zwischenzeitlich ein Balkon in der Hedemannstraße, nachdem Einrichtungsgegenstände in Flammen aufgingen. Verletzte wurde niemand, vier Personen konnten über das Treppenhaus in Sicherheit gebracht werden.

Auch in der Lietzenburger Straße gingen Möbel in einer Wohnung im zweiten Geschoss eines sechsstöckigen Wohnhauses in Flammen auf. Zwei Personen wurden über das Treppenhaus gerettet und mit einer Rauchgasvergiftung zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Lichterlohe Wohnungsbrände in Moabit und Wittenau

In der Moabiter Turmstraße brannte um 01.09 Uhr eine Wohnung im zweiten Stock eines fünfgeschossigen Wohnhauses vollständig. Durch die komplexe Bauart gestaltete sich das Löschen schwierig, Bewohner kamen bei dem Brand nicht zu Schaden. Und in Wittenau stand im Wilhelmsruher Damm eine Wohnung im zehnten Stock eines achtzehnstöckigen Hochhauses in Flammen. 34 Feuerwehrleute waren vor Ort im Einsatz, eine Person musste mit einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden.

Retter verunglückt und angegriffen

Gegen 1.30 Uhr verunglückte in Lichtenrade der Rettungswagen einer Hilfsorganisation mit einem Polizeiauto und einem privaten PKW. Bei dem Unfall wurden fünf Personen verletzt, eine davon schwer. Alle verletzten Personen wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht, wie es zu dem Unfall kam, ist noch nicht bekannt.

Zur Bilanz der Silvesternacht gehören aber auch wieder Angriffe auf Rettungskräfte. 49 Mal würden Feuerwehrleute in der Nacht im Einsatz angegriffen, meistens durch Feuerwerkskörper. Ein Angehöriger der Freiwilligen Feuerwehr erlitt ein Knalltrauma, nachdem er mit Pyrotechnik beworfen wurde.


Helena Piontek

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