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de04.01.2019 Silvesterfeuerwerk tötet vier Menschen – mehrere verletzte Kinder

Berlin. Feinstaub und Müll, Gesundheitsgefahr und Tierschutz – so vehement wie in diesem Jahr wurde selten über die Nachteile des Böllerns und Knallens am Jahresende diskutiert. Und auch rund um den Jahreswechsel 2018/19 hat die Böllerei wieder viele Verletzte und sogar Tote gefordert.
In Österreich ist ein 17-Jähriger beim Zünden einer Kugelbombe getötet worden. Nachdem ein erster Zündversuch schief gegangen war, hatte der Jugendliche laut Polizei versucht, die Bombe mit einem Durchmesser von rund 15 Zentimetern erneut abzuschießen.

In Enschede im Osten des Landes und in Friesland nahe des Wattenmeers sind zwei Männer durch Explosionen ums Leben gekommen . In beiden Fällen geht die Polizei davon aus, dass Feuerwerk die Ursache war.

Polizeibeamter verliert zwei Finger durch Blindgänger

In Deutschland gab es indes mehrere Vorfälle mit schweren Verletzungen: In Gera in Thüringen wurde ein Polizeibeamter schwer verletzt, als er Feuerwerk von der Straße räumen wollte, das vorher offenbar nicht gezündet hatte. Der Beamte musste in eine Spezialklinik eingeliefert werden, weil durch die Explosion des Knallkörpers zwei Finger einer Hand abgerissen worden.

Mann (38) sprengt sich in Niedersachsen mit Böller Hand weg

Ein 38 Jahre alter Mann hat sich in Niedersachsen am Silvesterabend eine Hand weggesprengt . Eine 54 Jahre alter Mann habe bei dem Unfall in Winsen an der Aller Verletzungen im Gesicht erlitten. Er konnte nach einer ambulanten Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen.
Wie es zu dem Unfall kam, der sich gegen 19 Uhr ereignete, war zunächst unklar. Möglicherweise handelte es sich bei dem Böller um einen selbstgebauten Sprengkörper.

Mehrere Kinder von Feuerwerk verletzt

Zu den Verletzten im Land zählen auch immer wieder Kinder. In Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) entzündete ein Elfjähriger am späten Silvesterabend auf einem Parkplatz eine nichtdetonierte Rakete erneut – sie explodierte in seiner Hand . Der Junge erlitt Verbrennungen und kam ins Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte.
In Templin (Uckermark) wurden zwei Mädchen und ein Mann auf einem Gehweg verletzt, als ein Böller in die Gruppe flog . Die beiden Elfjährigen erlitten Verbrennungen an den Beinen. Alle drei wurden im Krankenhaus ambulant behandelt.
Zu den Verletzten zählte laut Lagezentrum auch ein Mann aus Luckenwalde (Teltow-Fläming), der durch einen Böller eine Fingerkuppe verlor .

Mann in Berlin verliert Teile der Hand beim Böllern

Auch in der Hauptstadt verlor ein Mann einen Körperteil beim Böllern. Wie das Berliner Unfallkrankenhaus mitteilte, hatte er sich Teile seiner Hand mit einem illegalen „Polenböller“ weggesprengt.
An anderer Stelle in Berlin habe ein Mann schwere Verbrennungen im Gesicht und Mittelgesichtsfrakturen beim Anzünden einer Kettenbatterie erlitten. „Das lässt auf eine enorme Sprengkraft schließen“, sagte eine Kliniksprecherin.
Die zehn Operationssäle seien in der Nacht durchgehend belegt gewesen, hieß es seitens der Klinik. Insgesamt hätten in der Silvesternacht 15 Menschen nach Unfällen mit Feuerwerk oder Böllern behandelt werden müssen.

Männer basteln Feuerwerk selbst und verletzen sich lebensgefährlich

Lebensgefährlich verletzt wurden zwei Männer in Essen beim Zünden von selbstgebasteltem Feuerwerk. Rettungskräfte brachten die 31 und 33 Jahre alten Männer ins Krankenhaus. Laut Polizei hatten sie die Feuerwerkskörper in mehreren Koffern auf einen Schulhof transportiert. Die Polizei sperrte den Hof ab und forderte Entschärfer des Landeskriminalamtes an, um das explosive Material unschädlich zu machen.
Schwer verletzt wurde ein 23-Jähriger im Landkreis Bamberg, als ein Böller in seiner Hosentasche explodierte und dort eine Kettenreaktion auslöste. Ein 26-Jähriger hatte laut Polizei einen kleinen Kracher geworfen, der unglücklicherweise in der Tasche des Mannes landete.
Dort allerdings brachte der Kracher Leuchtspurmunition zum Explodieren. Der 23-Jährige wurde mit schweren Verletzungen am Bein und an einer Hand in eine Spezialklinik gebracht.

14-Jähriger verliert drei Finger in Hamburg

In Hamburg und Würzburg haben beim Böllern zwei Personen jeweils drei Finger verloren. In der Hansestadt hat sich ein 14 Jahre alter Junge bei der Explosion eines Knallers drei Finger abgerissen. Daumen, Mittel- und Ringfinger seien abgetrennt worden, sagte ein Polizeisprecher. Der Böller war direkt nach dem Anzünden in der Hand des Jungen explodiert.
Der Jugendliche musste schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden. Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, geht die Polizei davon aus, dass es sich bei dem Böller um illegales Feuerwerk gehandelt hat. Ein frei erhältliches Produkt hätte nach Ansicht der Beamten nicht die Sprengkraft gehabt, eine Person so schwer zu verletzen.
Im Landkreis Würzburg verlor ein Mann ebenfalls drei Finger. Als der Mann mit dem Feuerwerk gebastelt habe, sei es zu einer Explosion gekommen. Danach seien die Finger des Mannes nicht mehr auffindbar gewesen. Warum der Mann mit dem Böller hantierte, war zunächst unklar.

Hamburger Polizei stellt 850 Kilogramm Böller und Raketen sicher

Die Hamburger Polizei hat Hunderte Kilogramm Feuerwerkskörper aus der Wohnung eines 23-Jährigen geholt. Die Beamten trugen am Samstag rund 850 Kilo Böller und Raketen aus den Wohnräumen, dem Keller und zwei Kleintransportern des Mannes, wie eine Sprecherin der Hamburger Polizei sagte.
Nachbarn des 23-Jährigen hatten den Behörden demnach einen Hinweis gegeben, dass der Mann Feuerwerkskörper in großen Mengen gekauft und in seine Wohnung gebracht hatte. Die Feuerwerkskörper enthielten 80 Kilogramm Explosivstoffe.

18-Jähriger in Ottersberg bei Böller-Unfall schwer verletzt

Ein 18-Jähriger aus Ottersberg (Niedersachsen) erlitt schwere Verbrennungen und schwebte am Samstag in Lebensgefahr, nachdem er mit drei Freunden am Donnerstag in einer Scheune einen Böller bauen wollte. Die Anleitung hatten die jungen Männer auf YouTube gefunden.
Der Böller sei aber unkontrolliert explodiert und habe dabei 60 Prozent der Haut des 18-Jährigen verbrannten. Einer seiner Freunde (18) wurde dabei leicht verletzt, der dritte blieb unversehrt. Die Feuerwehr musste den Brand löschen.



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