Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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at01.01.2020 Brände, Schlägereien, Reanimation: Silvester im Tirol

Die Einsatzkräfte hatten in der Silvesternacht heuer mehr zu tun als im Jahr zuvor. Vor allem Brände wegen Feuerwerken und Alkoholeinsätze hielten die Retter auf Trab.

Innsbruck – Die Silvesternacht in Innsbruck verlief mit der neuen Lichtershow heuer zwar leiser als in den Jahren zuvor, nichtsdestotrotz hatten die Rettungskräfte aber auch beim heurigen Jahreswechsel einiges zu tun. In ganz Tirol kam es im Lauf der Nacht immer wieder zur Alarmierungen. Laut der Leitstelle nahmen die Einsatzzahlen sogar um faste in Drittel gegenüber dem Vorjahr zu.

In der Kernzeit zwischen 23.30 Uhr und 2 Uhr Früh gab es insgesamt 160 Alarmierungen, über die gesamte Silvesternacht zwischen 19 Uhr und 5 Uhr Früh waren es sogar 421. Im vergangenen Jahr wickelten die Mitarbeiter der Leitstelle im selben Zeitraum 324 Alarmierungen ab.

Besonders viel zu tun hatte Rettung und Feuerwehr: Es gab 69 Mal Alarm für die Florianis, 346 Mal musste die Rettung ausrücken, sechs Mal wurde die Bergrettung alarmiert. Immer wieder kam es zu Kleinbränden, außerdem wurden mehrfach Rauchentwicklungen von Dachstühlen gemeldet, die aber von den Tiroler Feuerwehren nicht bestätigt werden konnten.

Brände wegen Feuerwerkskörpern

In Alpbach setzte ein pyrotechnischer Gegenstand ein Baumhaus beim Kindergarten in Brand. Gäste eines benachbarten Gasthauses konnten die Flammen eindämmen, die Feuerwehr löschte den Brand schließlich vollständig. Durch die Flammen wurden eine Couch und die Holzwände und Decke des Baumhauses beschädigt. Verletzt wurde zum Glück niemand.

In Innsbruck sprengten zwei Unbekannte auf dem Gelände der Technischen Universität gegen 22.35 Uhr den Kunststoffdeckel eines Kiescontainers mit einem Böller. Dieser wurde dabei in zwei Teile zerrissen. Eine sofort eingeleitete Fahndung nach den Tätern blieb vorerst ergebnislos.

Einen weiteren Feuerwehreinsatz in Innsbruck gab es gegen 1.41 Uhr im Stadtteil Pradl: In der Amraser See Straße hatten Unbekannte eine abgefeuerte heiße Feuerwerkskörper-Batterie in einem Müllcontainer entsorgt, der daraufhin Feuer fing. Die Berufsfeuerwehr musste zur Brandbekämpfung anrücken. Der Container wurde schwer beschädigt.

In Lienz musste die Feuerwehr gegen 0.35 Uhr zum Brand einer Müllinsel in der Beda-Weber-Gasse ausrücken. Augenzeugen hatten zum Glück rasch reagiert und weitere Container weggeschoben, sodass sich das Feuer nicht ausbreiten konnte. Verletzt wurde zum Glück niemand, die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest.

Feuerwerke unsachgemäß entsorgt

In Breitenwang musste die Feuerwehr mit 31 Mann und drei Fahrzeugen zum Brand eines Holzschuppens anrücken. Dieser war gegen 0.15 Uhr in Brand geraten, nachdem ein 53-jähriger Einheimischer drei Feuerwerksbatterien in einer Kunststoffwassertonne in dem Schuppen entsorgt hatte, ohne sie vorher auskühlen zu lassen. Dadurch schmolz die Regentonne und entzündete sich, wodurch die Flammen auf daneben gelagerte Holzscheite und das Dach des Schuppens übergriffen. Die Feuerwehr konnte die Flammen zum Glück rasch löschen.

Ebenfalls drei Feuerwerksbatterien waren der Grund für einen Brand in Haldensee. Dort hatte ein 38-jähriger Bosnier die Batterien nach dem Abschuss in der Garage eines Hotel-Personalhauses abgestellt. Kurze Zeit später bemerkte er, dass die Boxen aufflammten. Er verständigte die Feuerwehr, konnte aber bis zu deren Eintreffen die Boxen mit einer Schaufel aus der Garage ziehen und mit Schnee bedecken. Es entstand kein Sachschaden. Die Feuerwehr Grän war mit 16 Mann und zwei Fahrzeugen im Einsatz.

In Roppen rückten in der Nacht 25 Feuerwehrleute mit drei Fahrzeugen zum Brand einer Mülldeponie aus. Der Glimmbrand dürfte durch unbedacht entsorgte Aschereste ausgelöst worden sein und konnte rasch gelöscht werden.

Gegen 6.30 Uhr wurde außerdem ein Balkonbrand im Sebastian-Kneip-Weg in Innsbruck gemeldet. Auch hier rückte die Berufsfeuerwehr und Polizei an.

Rettung musste Person reanimieren

Die Rettung war vor allem wegen übermäßigen Alkoholkonsums oder Stürzen von Passanten im Einsatz. Auch wegen Verletzungen durch Feuerwerkskörper mussten die Rettungskräfte ausrücken. In der Innenstadt hatten die 50 Einsatzkräfte des Roten Kreuzes Innsbruck im Rahmen der „INNs‘zenierung“ einiges zu tun. Zwölf Mal mussten die Rettungskräfte helfen, hauptsächlich wegen Kreislaufbeschwerden und kleineren Verletzungen. Vier Personen wurden zur Abklärung in die Klinik Innsbruck eingeliefert. „Aufgrund eines internen Notfalls musste ein Besucher im Nahbereich der Veranstaltung wiederbelebt und unter Reanimationsbedingungen in die Klinik gebracht werden.“, resümiert Einsatzleiter Thomas Gierl.

Gegen 4 Uhr Früh mussten die Rettungsmannschaften zu einem Unfall im Brettfalltunnel auf der Zillertalstraße ausrücken. Dort hatte ein 31-jähriger Einheimischer einen Reifenplatzer und touchierte in Folge mit dem Auto die Tunnelwand. Der Lenker sowie ein 28-jähriger Beifahrer wurden unbestimmten Grades verletzt und ins Krankenhaus Schwaz eingeliefert. Ein durchgeführter Alkomattest beim Lenker ergab einen Wert von über 0,8 Promille, der Führerschein wurde ihm an Ort und Stelle vorläufig abgenommen. Er wird bei der Bezirkshauptmannschaft angezeigt.

Streitereien eskalierten

Polizei und Rettung waren schließlich auch wegen tätlicher Auseinandersetzungen im Einsatz. In der Herzog-Friedrich-Straße wurde gegen 0.23 Uhr eine 24-jährige Hallerin von einem Unbekannten sexuell belästigt: Der Mann hatte sich ihr von hinten genähert und fasste ihr zwischen die Beine. Die Erhebungen zur Ausforschung des Täters laufen. Zusätzlich wurden mehrere Schlägereien gemeldet: So kam es gegen 23.25 Uhr vor einem Lokal in der Valiergasse zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Männern. Dabei wurden insgesamt zwei Österreicher im Alter von 41 und 53 Jahren, ein 26-jähriger Iraker und ein 23-jähriger Syrer mit Verletzungen in die Klinik Innsbruck eingeliefert. Im Zuge der Auseinandersetzung schlug ein 35-jähriger Haller die hintere Fensterscheibe eines Taxis ein und riss den Tankdeckel des Fahrzeugs aus. Er wird nach Abschluss der Ermittlungen angezeigt. Auch bei den Viaduktbögen eskalierte ein Streit: Bei der Auseinandersetzung vor einem Lokal wurden zwei Ungarn – eine 30-jährige Frau und ein gleichaltriger Mann – verletzt. Die Frau musste mit der Rettung in die Klinik Innsbruck eingeliefert werden. Die Ermittlung zu den mutmaßlichen Tätern läuft.

Eine weitere Auseinandersetzung gab es gegen 1.25 Uhr in einer Wohnung in Innsbruck-Saggen. Dort gerieten ein 44-jähriger und ein 42-jähriger Innsbrucker aneinander. Nachdem der Ältere dem Jüngeren mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen hatte, musste dieser mit Verletzungen unbestimmten Grades in die Klinik Innsbruck überstellt werden.

In Mils musste die Polizei außerdem wegen eines Einbruchs ausrücken: Ausgerechnet in der Silvesternacht stiegen Unbekannte über eine Terrassentür in eine Wohnhaus ein. Als die Besitzer den Schaden kurz nach Mitternacht entdeckten, hatten sich die Kriminellen bereits mit Goldmünzen, Schmuck und Bargeld abgesetzt. Die Höhe des Schadens ist derzeit noch nicht bekannt.



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